Lektion 16 - Wieder in Gefangenschaft

Während der Reise ins gelobte Land kam der Glaube Israels oft ins Wanken. Damit verzögerte sich ihr Einzug ins Land Kanaan um viele Jahre. Doch als sie schliesslich den Jordan überquerten hatten sie Gottes Zusage, dass die Schmach Ägyptens von ihnen genommen war. Für gewisse Zeit erfreuten sie sich ihrer Freiheit in dem Herrn. Doch leider verloren sie diese Freiheit wieder. Nur wenige Jahre später begannen sie nämlich aufs Neue zu murren und wünschten sich einen König, der sie regieren sollte. Sie wollten den heidnischen Völkern, die um sie her wohnten, gleich sein.

1. Was das tat das Volk in Wirklichkeit, als es einen König wünschte?

1. Samuel 8,7

Anmerkung: Dadurch, dass sich Israel einen König wünschte, folgte es in den Fussstapfen der umliegenden heidnischen Nationen. Es verstrich nur kurze Zeit bis die Könige Israels das Volk in den Götzendienst und Abfall vom Glauben führten.

2. Wie war die Gottlosigkeit der Könige Israels im Vergleich mit den Heiden?

2. Könige 21,9-11

Anmerkung: Gott hatte die heidnischen Völker wegen ihres verabscheuungswürdigen Götzendienstes aus dem Land vertrieben. Daher war es sehr offensichtlich, dass die Kinder Israel das Land nicht als ihr rechtmässiges Erbe beanspruchen konnten, wenn sie sich genauso verhielten wie die Heiden oder es noch schlimmer trieben.

3. Unter welcher Bedingung wurde Israel Wohlergehen verheissen?

5. Mose 28,1.2

4. Was drohte Gott dem Volk Israel an, wenn sie nicht gehorchten und den Bund brachen?

5. Mose 28,64; 29,25-28

5. Wie versuchte Gott, die Flut des Abfalls zu dämmen?

2. Chronik 24,19

6. Wovon hing Israels Wohlergehen und Gedeihen ab?

2. Chronik 20,20

7. Was würde geschehen, wenn Israel wiederholt Gottes Gesetz missachtet?

Jeremia 17,27

Anmerkung: Es ist von tiefer Bedeutung zu sehen, dass Gott gleichwie damals in der Wüste, als er ihnen das Manna gab (siehe 2. Mose 16), wiederum besonders auf das Sabbatgebot hinwies. Es war durch dieses Gebot, dass er den Gehorsam des Volkes prüfen wollte.

Jeremias Vorhersagen nahmen ihren Anfang rund einundzwanzig Jahre vor der babylonischen Gefangenschaft. Bevor er sein Prophetenamt antrat hatten sozusagen alle anderen Propheten ihren Auftrag beendet und waren gestorben. Aber das Volk besass ihre Schriften. Doch selbst jetzt, in dieser vorgerückten Stunde war Gott immer noch bereit, seine Verheissungen, dass Israel eine grosse Nation werden sollte, zu erfüllen. Die Bedingung war nur, dass sie sich ihm unterstellten. Siehe Jeremia 17,24 26.

8. Wie hat das Volk im allgemeinen auf die Botschaften dieser Propheten reagiert?

2. Chronik 36,16

9. Wer griff Jerusalem an, weil das Volk Gottes Boten verworfen hatte?

2. Könige 24,1

Anmerkung: Wegen ihrer grossen Bosheit waren die zehn nördlichen Stämme Israels ungefähr 125 Jahre zuvor in die Gefangenschaft geführt worden. Nun sollte das gleiche Schicksal auch Juda treffen und es sollte in die babylonische Gefangenschaft geraten. Diese babylonische Gefangenschaft war allerdings nur das äussere sichtbare Zeichen für die Gefangenschaft, in die sich das Volk bereits freiwillig begeben hatte. Sie hatten nämlich damit geprahlt, frei zu sein, während sie im Grunde genommen Gefangene ihrer Verderbtheit waren. Diese Gefangenschaft war im Vergleich mit der Sklaverei der Seele von geringer Bedeutung. Denn wenn sie sich nicht vorher der Sünde verkauft hätten, wären sie auch nicht nach Babylon weggeführt worden.

10. Wie lange sollten sie von den Babyloniern unterjocht sein?

Jeremia 25,11.12

Anmerkung: Obwohl Juda den Babyloniern unterworfen werden sollte, war es des Herrn Absicht, dass die babylonische Herrschaft über sein Volk mild ausfallen sollte. Das würde dann geschehen, wenn sie die Lektionen annahmen, die er sie vorher unter viel einfacheren Umständen hatte lehren wollen. Nach seinem anfänglichen Sieg erlaubte Nebukadnezar dem Volk Israel, einen König, den er bestimmen würde, zu behalten. Siehe 2. Chronik 36,10.

11. Wie stellte sich der neue König Zedekia zu dieser Vereinbarung?

2. Chronik 36,13

Anmerkung: Der Name "Zedekia" bedeutete "die Gerechtigkeit Jehovas". Nebukadnezar hatte ihm diesen Namen gegeben. Zedekias Sünde war besonders abscheulich, weil er vor dem Angesicht des Gottes des Himmels dem Monarchen Babylons einen Treueeid geschworen hatte. Es war Nebukadnezar gestattet, auf diese Weise zu handeln. Denn Gott, der oberste Herrscher über alle, hatte Juda in seine Hände gegeben, dass er über sie regieren sollte. Siehe Jeremia 27,1-11. Durch seine Auflehnung bewies Zedekia zwei Dinge: Zum einen entehrte er in grossem Masse durch seine Untreue Gott, in dessen Namen er geschworen hatte, Nebukadnezar zu dienen; zum andern lehnte er sich auch gegen Gottes Willen auf, der ihm durch den Propheten Jeremia mitgeteilt worden war.

Israel wies es zurück, sich unter milderen Umständen zu demütigen. So folgte schliesslich die vollständige Zerstörung der Stadt und des Tempels. Auch ihr König wurde ihnen genommen. Alle mit Ausnahme einiger sehr armer Bewohner wurden nach Babylon verschleppt. Nie wieder sollte Israel einen irdischen König besitzen. Siehe Hesekiel 21.

Zedekia galt wegen seines abscheulichen Götzendienstes als ruchlos und böse. Hinzu kam noch die Sünde des Meineids. Deshalb wurde das Königreich vollständig beseitigt. Die Krone wich von den Nachkommen Davids und wurde Babylon auf das Haupt gesetzt. Dass jedoch auch diese grosse Nation einst von einem anderen Reich abgelöst werden sollte, kommt in den Worten des Propheten Hesekiel deutlich zum Ausdruck: "Zu Trümmern, zu Trümmern, zu Trümmern will ich sie machen - aber auch dies wird nicht bleiben -, bis der kommt, der das Recht hat; dem will ich es geben." Hesekiel 21,32. Von jenem Zeitpunkt in die Zukunft blickend, sollte es noch dreimal zu einem "Umsturz" kommen. Noch dreimal sollte ein Weltreich von einem anderen erobert werden, bis der rechtmässige König das Königreich erhalten würde. Der Ausdruck "rechtmässiger König" bezieht sich eindeutig auf Christus.

12. Von welchem König wurde der letzte babylonische König Belsazar auf dem Thron abgelöst?

Daniel 5,31

Anmerkung: Der Zusammenhang macht es deutlich, dass die vereinten Anstrengungen Mediens und Persiens zum Sturz des babylonischen Weltreichs führten. Siehe Verse 17-31. Das Reich, das sie bildeten ist unter dem Namen Medo-Persien bekannt.

13. Welche Nation besiegte Persien und wurde so zum dritten Weltreich?

Daniel 8,2-7.20.21

Anmerkung: Die ersten beiden "Umstürze", wie sie Hesekiel prophezeit hatte, sind damit klar aufgezeigt. Babylon wurde von Medo-Persien gefolgt. Und Griechenland löste schliesslich Medo-Persien als Weltmacht ab. Das letzte universale Reich, das durch den dritten Umsturz die Bühne des Weltgeschehens betreten sollte, wird nicht namentlich erwähnt. Doch die Identifizierungsmerkmale sind deutlich genug. Christus wurde in den Tagen des Kaisers Augustus geboren, der einen Befehl ergehen liess, dass die ganze Welt "geschätzt" würde bzw. sich zwecks Steuererhebung einschreiben lassen sollte. Siehe Lukas 2,1. Wir können daher mit Sicherheit sagen, dass aufgrund des dritten Umsturzes Rom die Weltherrschaft antrat. Diese Tatsache wird durch die Weltgeschichte belegt.

14. Was sagte Jesus von seinem Reich, als er auf Erden weilte?

Johannes 18,36

15. Welchem Zweck diente Jesu erstes Kommen?

Lukas 4,17-21

16. Was macht die Menschen wirklich frei?

Johannes 8,32

Als sich Christus auf Erden aufhielt, teilte er wie Abraham das gleiche Los. Er war ein Fremdling, ein Wanderer, der keinen Ort hatte, wo er sein Haupt hinlegen konnte; d.h. er hatte hier kein festes Zuhause. Siehe Matthäus 8,20. Er kam jedoch, um den Gefangenen die Freiheit zu verkündigen. Und alle, die in seinem Wort bleiben würden, sollten die Wahrheit erkennen und durch sie freigemacht werden. Tag für Tag, Jahr für Jahr, während die Jahrhunderte dahinrollten, war die Bekanntmachung dieser Freiheit zu vernehmen und müde Gefangene wurden von der Macht der Finsternis befreit.

17. Was wird geschehen, wenn alle Leute Gelegenheit gehabt haben, die frohe Botschaft von der Freiheit zu hören?

Matthäus 24,14