Lektion 18 - Vier grosse Monarchien
Wir leben in einer Welt der Ungewissheit. Alle streben nach Sicherheit. Aber stets wechselnde Umstände oder neue Ereignisse beweisen nur zu deutlich, dass Sicherheit und Geborgenheit sehr trügerische Dinge sind. Wenn wir einen Blick in die geschichtliche Vergangenheit werfen, so werden wir feststellen, dass Nationen oder Völker, die einst die politische Szene dieser Welt beherrschten und sich anscheinend eine starke Machtposition gesichert hatten, wieder von der Bühne verschwunden sind und dabei fast keine Spuren ihrer einst stolzen Existenz hinterlassen haben. Andere Nationen sind zwar geblieben. Sie sind aber nur noch ein schwacher Abglanz ihrer früheren Grösse.
Gott möchte nicht, dass sein Volk inmitten der Unsicherheit dieses Lebens verwirrt oder irregeführt wird. Er hat durch seine Propheten zu uns geredet. Er gab uns Marksteine, vergleichbar mit Wegweisern, die den Weg vor uns erhellen. Und wenn wir feststellen, wie sich alle Dinge nach Gottes grossem Plan erfüllen, wenn wir wahrnehmen, dass er all diese Ereignisse eingeplant hatte und zwar lange bevor sie sich ereigneten, dann überkommt uns ein grosses Mass an Trost und Kraft. Wir werden in dem Gedanken Ruhe finden, dass Gott diese Welt und unser Leben in seiner Hand hat, dass er die Kontrolle über diese Menschheit hat. Für jede Lage hat er Vorkehrung getroffen. Nichts kann uns Menschen befallen, was er nicht zum Voraus gesehen hat.
1. Was ist Gottes Wort für sein Volk?
Psalm 119,105
2. Wem offenbart Gott seine Geheimnisse?
Amos 3,7
3. Wie wussten diese Männer, was sie schreiben sollten?
2. Petrus 1,21
4. Welche Verheissung gilt denen, die den Propheten Gottes glauben?
2. Chronik 20,20
5. Wie wurde Israel geleitet und bewahrt?
Hosea 12,14
Anmerkung: Moses war Gottes Werkzeug. Durch ihn offenbarte Gott seine Liebe zu Israel, indem er sie durch viele Prüfungen hindurch ins verheissene Land führte. Gehorchte das Volk Israel den Anweisungen Gottes, wie er sie durch Mose gab, dann hatten sie das Gelingen. Waren sie aber ungehorsam, ernteten sie Misserfolg und erlitten viele Fehlschläge. Aus ihren Erfahrungen lernen wir, dass wir gesegnet und vor ewigem Verlust bewahrt bleiben, wenn wir dem Licht folgen, das uns Gott durch seine Propheten geschenkt hat.
6. Auf welches Erlebnis wies Petrus hin als Beweis für Jesu Königtum?
2. Petrus 1,16-19
Anmerkung: Diese Erfahrung wird in Matthäus 17,1-8 berichtet.
7. So schlagend der Beweis aus dieser Erfahrung war, auf welchen noch grösseren Beweis für Christi Macht und Kommen konnte Petrus hinweisen?
2. Petrus 1,19
Anmerkung: Obwohl er diesen gewaltigen Beweis mit seinen eigenen Sinnen wahrgenommen hatte, dass Jesus der Messias war, so versichert uns Petrus, dass das prophetische Wort verlässlicher ist. Darum sollen wir nicht unseren Sinnen vertrauen, sondern vielmehr dem prophetischen Wort.
Karikaturen sind eine weitverbreitete und wirkungsvolle Methode um einen Gedanken oder eine Idee zu vermitteln, die in den meisten Fällen nicht so einfach in Worten auszudrücken ist, oder, wenn dies möglich wäre, viele Worte erfordern würde.
Einige der in Karikaturen verwendeten Symbole sind uns vertraut. Oft werden Tiersymbole verwendet um damit eine politische Partei oder eine Nation (Volk) darzustellen. Das finden wir in einigen Visionen, die dem Propheten Daniel gegeben wurden. In der Vision von Daniel Kapitel 7 zeigte ihm der Herr die Zukunft der Welt. Die verschiedenen Weltmächte wurden als Tiere dargestellt, deren Eigenarten den Charakter der jeweiligen Nationen widerspiegelten.
8. Welcher König regierte als Daniel diese Vision empfing?
Daniel 7,1
Anmerkung: Zurzeit als Daniel diese Vision bekam, hatte Babylon viel von seiner Pracht verloren, wie sie einst unter der vortrefflichen Führung Nebukadnezars bestanden hatte. Nur kurze Zeit sollte verstreichen, bis Belsazar, Nebukadnezars Enkel, umkam und Darius der Meder den Thron bestieg.
9. Was hat Daniel gesehen?
Daniel 7,2
10. Was stellt Wasser in der prophetischen Sprache dar?
Offenbarung 17,15
11. Was stellt Wind in der Prophetie dar?
Jeremia 49,35-37
Anmerkung: Hier wird das Schicksal erwähnt, das Elam befallen sollte. Ganz klar wird hier Wind mit Krieg und Streit gleichgesetzt. In gewissem Sinne werden auch Gottes Gerichte dargestellt, wenn er durch Krieg und Streit wirkt. Manchmal können auch Naturkatastrophen angesprochen sein, durch die der Herr seinen Ratschluss unter den Nationen vollführt. Siehe Jesaja 17,13; Jeremia 18,17; Hiob 21,17.18
12. Was war die Folge dieser Kämpfe?
Daniel 7,3
13. Was stellten diese Tiere dar?
Daniel 7,17
Anmerkung: Dass der Ausdruck "Könige" auch "Königreiche" bedeutet, zeigt sich in den Versen 23 und 24, wo beide Begriffe austauschbar verwendet werden. In Daniel Kapitel 2 sind uns vier Weltreiche gezeigt worden. Sie decken einen Zeitraum ab, der sich von den Tagen Daniels bis zu jener Zeit erstreckt, da Christus sein Weltreich aufrichten wird. Damit ist der Schlüssel zur richtigen Auslegung gegeben: Die vier Tiere in Daniel Kapitel 7 stellen dieselben Reiche dar und schildern den gleichen Verlauf der Weltgeschichte, jedoch aus einem anderen Blickwinkel. Auf diese Weise werden weitere Einzelheiten enthüllt, die zum Verstehen der Prophetie wichtig sind.
14. Welches Tier stellte Babylon dar, das erste Reich?
Daniel 7,4
Anmerkung: Die Flügel, mit denen dieses Königreich anfing, stellte die Geschwindigkeit dar, mit der Babylon unter Nebukadnezar andere Nationen eroberte. Siehe dazu Habakuk 1,6-8.
15. Was wurde diesem ersten Tier weggenommen?
Daniel 7,4
Anmerkung: Der Löwe, dem seine beiden Flügel ausgerauft wurden, stellte Babylon zur Zeit der Vision dar. Die Macht dieses Reiches war dahin. Die Nation war von Gott aufgegeben. Belsazar, ein achtzehn Jahre alter Jüngling und sehr schwacher König, stand an der Spitze der Regierung.
16. Was wurde diesem Tier gegeben?
Daniel 7,4
Anmerkung: Ein "menschliches" Herz ist gleichbedeutend mit Betrug und Verderbtheit. Das stimmt mit der Tatsache überein, dass unter der Regierung der Könige, die Nebukadnezar auf dem Thron folgten, Babylon in Bezug auf seine sittliche Würde immer tiefer sank. Schliesslich, in seiner letzten Nacht als König, veranstaltete Belsazar ein Fest. In dreister Überheblichkeit liess er die heiligen Gefässe herbringen, die sein Grossvater Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem geholt hatte, und trank daraus zu Ehren der babylonischen Götter. Eine solche Herausforderung war natürlich gegen die Autorität des Gottes des Himmels gerichtet.
17. Welches Tier folgte als zweites? Welches Reich stellte es dar?
Daniel 7,5
Anmerkung: Einige sehen in den drei Rippen drei Nationen, die von den Persern besonders hart behandelt wurden: Babylon, Lydien und Ägypten.
18. Wie sah das dritte Tier aus?
Daniel 7,6
Anmerkung: Ein Paar Flügel stellte die Geschwindigkeit dar, mit der Babylon sich vorwärtsbewegte. Die enorme Geschwindigkeit, mit der Alexander der Grosse seine Truppen verschob, konnte daher nur durch zwei Paar Flügel dargestellt werden. In einer erstaunlich kurzen Zeit hatte er die ganze damals bekannte Welt erobert. Kurz nach dieser Heldentat starb er, ohne einen Thronfolger zu hinterlassen. Während der folgenden zwanzig Jahre war die Nation in einen Krieg verwickelt, dessen Ausgang den künftigen Thronfolger bestimmen sollte. Schliesslich zeichnete sich eine Lösung ab. Vier von Alexanders Generälen - dargestellt durch die vier Köpfe des Panthers - teilten das Reich unter sich auf. Der nördliche Teil fiel an Lysimachus, der östliche Teil an Seleukus, der westliche Teil an Kassander und der südliche Teil an Ptolemäus.
19. Was stellte das vierte Tier dar?
Daniel 7,23
Anmerkung: In der Schlacht von Pydna im Jahre 168 v.Chr. löste Rom Griechenland als führende Weltmacht ab.
20. Was wurde durch die zehn Hörner, die aus dem vierten Tier hervorkamen, dargestellt?
Daniel 7,24
Anmerkung: Die Auflösung des Römischen Reiches geschah nicht von einem Tag auf den andern. Während über 100 Jahren überfielen die Barbarenstämme aus dem Norden Europas das Reich. Schlag folgte auf Schlag. Langsam wurde die Regierung ausgeschaltet. Die Städte wurden geplündert. Rom geriet in Zerfall. Im Jahre 476 n.Chr. war der Fall vollständig und das römische Reich wurde in verschiedene Gebiete aufgeteilt, wobei jedes dieser Gebiete von einem anderen barbarischen Stamm regiert wurde.