Lektion 38 - Unsere Haushalterschaft
Als Christus seinen Jüngern den Auftrag gab, in alle Welt zu gehen und das Evangelium allen Menschen zu verkündigen, übertrug er den Menschen die Aufgabe, seine Gnade überall bekanntzumachen. Während die einen zum Predigtamt berufen werden, ruft er die anderen auf, sein Werk auf dieser Welt durch Gaben zu unterstützen. Er hat uns Mittel anvertraut und erwartet nun, dass wir sie für die Rettung unserer Mitmenschen einsetzen. Auf diese Weise kann jeder am Werk der Seelenrettung Anteil haben.
Im Grunde genommen ist der Herr nicht auf unser Geld angewiesen. Wir können ihn dadurch auch nicht bereichern. Aber Gott gibt uns Gelegenheit, unsere Dankbarkeit für seine Gnade durch Taten der Selbstverleugnung zum Ausdruck zu bringen. Auf diese Weise können wir Gott unsere Liebe zeigen.
1. Wem gehört die Welt und alles was auf ihr ist?
Psalm 50,7.10-12
2. Wem gehört das Geld im Besonderen?
Haggai 2,8
3. Was sagt die Schrift über "die Liebe zum Geld"?
1. Timotheus 6,10
Anmerkung: Geld kann ein grosser Segen sein. Wenn es aber wichtiger wird als der Geber, dann wird es zum Fluch. Schon Luzifer verlor im Himmel dieses wahre Verhältnis zwischen Schöpfer und Geschöpf aus den Augen. Er wurde selbstsüchtig und glaubte, mit Gott auf der gleichen Stufe stehen zu können. Um die Menschen vor Gefühlen der Selbstüberhebung zu bewahren, beabsichtigte Gott, dass sie ihm einen Teil von dem, was sie erhalten hatten, zurückgeben sollten. Indem der Mensch gibt, wird er immer wieder daran erinnert, dass alles was er hat, von Gott kommt. Dadurch wird auch die Selbstsucht aus dem Herzen verbannt.
4. Wer gibt uns die Fähigkeit, Geld für unseren Lebensunterhalt zu verdienen?
5. Mose 8,18
Anmerkung: Gott gibt uns Kraft und Verstand, unser Geld zu verdienen. Deshalb erwartet er, dass wir ihm einen Teil von dem, was er uns geschenkt hat, zurückgeben. So anerkennen wir mit dankbarem Herzen, dass alles ihm gehört, und dass er uns stets gibt, was wir nötig haben.
5. Wieviel von unserem Geld beansprucht der Herr als sein Eigentum?
3. Mose 27,30
Anmerkung: Der Ausdruck "Zehnte" kommt aus dem Hebräischen und bedeutet ein Zehntel. Diesen Teil unseres Verdienstes beansprucht der Herr für sich.
6. Wer erhielt im alten Israel den Zehnten?
Hebräer 7,5
Anmerkung: Die Leviten waren von Gott dazu ausersehen, das Volk in geistlichen Dingen zu unterrichten. Sie waren sozusagen die "geistlichen Hüter" Israels. Heute soll der Zehnte für die Verkündigung des Evangeliums, für die Verkündigung der reinen Wahrheit eingesetzt werden.
7. Was hat der Herr versprochen, wenn wir ihm den Zehnten treu geben?
Sprüche 3,9.10
8. Was ausser dem Zehnten haben die Kinder Israel für das Werk des Herrn gegeben?
2. Mose 35,4.5
9. Was hält Gott davon, wenn wir den Zehnten für unsere eigenen Zwecke verwenden?
Maleachi 3,8.9
Anmerkung: Die Bibel zeigt uns deutlich, dass es eine schwerwiegende Sache ist, einen anderen Menschen zu bestehlen. Wie viel ernsthafter muss es demnach sein, wenn wir unseren Schöpfer bestehlen!
10. Hat Jesus den Grundsatz des Zehnten-Zahlens anerkannt?
Lukas 11,42
11. Mit welcher Herzenshaltung sollen wir Gott unsere Zehnten und Gaben geben?
2. Korinther 9,7
12. Was soll bei unserem täglichen Streben nach Erfolg das Wichtigste sein?
Matthäus 6,33
13. Wo nur ist unser Geld in Sicherheit?
Matthäus 6,19.20
Anmerkung: Viele bekennen sich zum Glauben an Gott. Aber sie lieben Geld, Häuser, Ländereien und andere materielle Güter mehr als ihren Schöpfer und die Seelen, für die Christus gestorben ist. Ihr Interesse an Dingen mit Ewigkeitswert nimmt ab. Sie geben sich voll der Gewinnsucht hin. Mit dieser Einstellung stehen sie in direktem Widerspruch zu den Worten Christi, dass wir zuerst nach dem Himmelreich streben sollen.
14. Welche Auswirkung hat das Geben auf uns?
Matthäus 6,21
Anmerkung: Die selbstsüchtige Liebe zum Reichtum ist ein grober Charaktermangel. Wenn er nicht behoben wird, dann werden wir nicht in den Himmel eingehen können. Um dieser Neigung entgegenzuwirken, gab Gott dem Menschen die Möglichkeit und die Verpflichtung, den Grundsatz der Freigebigkeit in seinem Leben zu üben und zu entwickeln. Dies ist ein wesentlicher Teil des Erlösungsplanes, der die vollständige Wiederherstellung von Gottes Bild im Menschen zum Ziel hat.
15. Was ist ebenso wichtig, wenn wir Gott unsere Gaben geben?
2. Korinther 8,12
Anmerkung: In Lukas 21,1-4 wird uns die Geschichte einer armen Witwe berichtet. Sie legte einen sehr geringen Geldbetrag in den Gotteskasten. Interessanterweise sagte Jesus, dass sie mehr eingelegt hatte als die Reichen. Jesus wollte dadurch den Grundsatz des Gebens hervorheben. Der Herr sieht, mit welcher Herzenshaltung wir geben und belohnt uns dementsprechend. Siehe Lukas 19,15 26. Das Opfer, das in einem reinen, demütigen Geist der Liebe gebracht wird, erachtet Gott als sehr wertvoll.
16. Wie beweisen wir, dass Gottes Liebe in uns wohnt?
1. Johannes 2,5
Anmerkung: Wenn Gott die Menschen auffordert, ihm einen Teil von dem, womit er sie gesegnet hat, zurückzugeben, dann nur, weil er unsere Herzen vor der Selbstsucht bewahren will. Der Erlösungsplan konnte nur in Opferbereitschaft gefasst und nur durch Opferbereitschaft durchgeführt werden. Liebe und Freigebigkeit können nicht voneinander getrennt werden. Nur wenn wir bereit sind, Opfer zu bringen, zeigen wir damit, dass wir durch Gottes Liebe im Innern gerührt sind. Selbstverleugnung und das Kreuz sind das Los eines jeden Christen der seinem Meister nachfolgt.
17. Wenn wir mit unseren Mitteln jenen helfen, die weniger begütert sind, wem haben wir dann nach Christi Worten diesen Dienst erwiesen?
Matthäus 25,34-40
18. Zwischen welchen zwei Seiten muss sich letztlich jeder entscheiden?
Matthäus 6,24
Anmerkung: Das Wort "Mammon" bedeutet eigentlich Geld oder Reichtum. Dies war die Prüfung, die dem reichen Jüngling auferlegt wurde. Er wollte wissen, was - wenn überhaupt etwas - ihm noch fehlte, um zum ewigen Leben einzugehen. Siehe Matthäus 19,16-22. Jeder Mensch wird vor die gleiche Entscheidung gestellt und je nach dem, wofür wir uns entscheiden, geben wir damit zum Ausdruck wo unsere Interessen liegen. In diesem Sinne bestimmen wir unser Schicksal selbst.
19. Was wird letztlich mit den Dingen auf dieser Welt geschehen?
2. Petrus 3,10
20. Wohin sollte der Christ seinen Blick richten, wenn er dies alles weiss?
2. Korinther 4,18
Der Tag wird kommen, an dem all der Reichtum, den sich die Menschen angehäuft haben, wertlos sein wird. "An jenem Tage wird jedermann wegwerfen seine silbernen und goldenen Götzen, die er sich hatte machen lassen, um sie anzubeten, zu den Maulwürfen und Fledermäusen, damit er sich verkriechen kann in die Felsspalten und Steinklüfte vor dem Schrecken des Herrn und vor seiner herrlichen Majestät, wenn er sich aufmachen wird, zu schrecken die Erde." Jesaja 2,20.21. Dieser Vers bezieht sich auf mehr als nur auf Götzenbilder. Denn alles, was unsere Liebe zu Gott mindert, oder unseren Dienst für ihn hindert, ist ein Götze in unserem Leben. An jenem Tage werden die folgenden Worte Christi besondere Bedeutung haben: "Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden?" Markus 8,36.