Lektion 3 - Unser grosse Not
Um den Verstand des Menschen mit Erfolg zu beeinflussen und auf dessen Geist einzuwirken, bediente sich Satan der Sinnestäuschung. Als sich der Mensch, entgegen dem ausdrücklichen Gebot Gottes, entschied, auf Satans Vorschlag einzutreten, da war für den Teufel der Weg offen, den Menschen unter seine Gewalt zu kriegen und dessen Handeln zu kontrollieren. So verlor der nach dem Bilde Gottes geschaffene Mensch seine Unschuld, wurde ein Übertreter und schlug als untreuer Untertane jenen Weg ein, der ins Verderben führt.
1. Welche Folgen des Ungehorsams wurden Adam in Aussicht gestellt?
1. Mose 2,17
Anmerkung: Die wörtliche Bedeutung dieses Texts lautet: "Sterbend sollst du sterben". Das heisst, am Tage der Übertretung würde das Todesurteil ausgesprochen. An diesem Tag würde der Mensch seinen Zustand der bedingten Unsterblichkeit verlieren und in den Zustand der unbedingten Sterblichkeit geraten. Bevor er sich zur Auflehnung gegen seinen Schöpfer entschied und sich dadurch von der Quelle des Lebens trennte, war der Mensch der Unsterblichkeit gewiss. Doch nachdem er sich von Gott getrennt hatte, wurde der Tod für ihn zur Realität.
2. Welche Auswirkung hatte dieser Entschluss auf Adams Kinder?
Römer 5,12
Anmerkung: Als Adam noch im Garten Eden wohnte, stand er vor Gott als Haupt des gesamten Menschengeschlechts. Er vertrat jede Person, die je geboren werden sollte. Indem sie Teilhaber seines Leibes und seines Geistes waren, wurden all seine Nachkommen durch das grosse Vererbungsgesetz indirekt von all dem betroffen, was auf Adam einwirkte. Da Adam erst nach dem Sündenfall Nachkommen hatte, konnten diese zwangsläufig nur das von ihrem Vater erben, was er selber besass. Deshalb wurden Adams Söhne und Töchter mit einer sündigen, gefallenen Natur geboren. Beachte, dass es nicht heisst, dass alle Menschen sterben, weil sie Schuld von Adam geerbt haben, sondern weil sie selber sündigen. Adams Kinder erbten nicht die Schuld ihres Vaters, sondern eine geschwächte Natur, die an der Sünde Gefallen hat. Dadurch dass unsere ersten Eltern auf die Stimme Satans hörten, öffneten sie gewissermassen dem Bösen die Schleusen. Im Paradies nahm es seinen Anfang und breitete sich durch all die Zeitalter über die ganze Welt aus.
3. Welche Haltung hatte der gefallene Mensch gegenüber Gottes Gesetz und Autorität?
Römer 8,7
Anmerkung: Bei der fleischlichen Gesinnung geht es nicht nur um eine milde Abneigung, sondern vielmehr um unerbittlichen Hass. Es ist nicht so, dass die natürliche Gesinnung des Menschen es vorzieht, die Autorität Gottes nicht anzuerkennen noch ihr zu gehorchen, sondern sie ist dazu gar nicht in der Lage. Rein äusserlich kann durchaus ein korrektes Verhalten an den Tag gelegt werden. Aber das Herz ist unversöhnt und unwillig, sich vollständig zu unterwerfen. Kain anerkannte Gottes Recht auf Anbetung. Er brachte dem Herrn ein Opfer von den Früchten seines Ackers. Aber jenes Opfer entsprach nicht den Anweisungen Gottes. Viele, die vorgeben, Gott anzubeten, handeln in gleicher Weise. Sie anerkennen Gott und sind bereit, ihn anzubeten. Aber es ist eine Anbetung, die sich mehr nach ihren eigenen Wünschen richtet. Eine solche Anbetung kann Gott ebenso wenig annehmen wie das Opfer Kains.
4. Wie ist der Zustand des natürlichen Herzens?
Jeremia 17,9
5. Wie stellt sich der natürliche Mensch zu geistlichen Dingen?
1. Korinther 2,14
6. Wie hat die Sünde die Menschheit als Ganzes beeinflusst?
1. Mose 6,5
Anmerkung: Das Gesetz Gottes war einst Männern und Frauen ins Herz geschrieben. Aber die Sünden, die sie so sehr liebten, verwischten diese "Inschrift" und löschten sie fast vollständig aus. Die Eindrücke der Sünde waren stärker und zerstörten das im Herzen eingeprägte Gesetz Gottes. Von einer Generation zur anderen hatte die Sünde Moral und Sitte der Gesellschaft untergraben. Die Sünde brachte eine fortwährende Zunahme der Verderbtheit und Entwürdigung mit sich. Gott sah, dass ohne sein Eingreifen bald kein Mensch mehr am Leben bleiben würde.
7. Haben wir angeborene Fähigkeiten, gute Werke zu vollbringen?
Jeremia 13,23
Anmerkung: Es ist für uns unmöglich, aus dem Abgrund der Sünde, in den wir gestürzt sind, herauszukommen. Der Mensch vermag wohl unter Einsatz seines Willens und durch eigene Anstrengungen, sein äusseres Verhalten zu ändern. Aber sein Herz kann er nicht in eigener Kraft umwandeln. Es ist für ihn unmöglich, die Quelle seines Innersten zu reinigen. Ohne Gott vermögen wir nicht einen edlen Charakter zu entwickeln. Der Apostel Paulus sah all das, als er ausrief: "So gebe ich zu, dass das Gesetz gut sei." "So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, recht und gut." Römer 7,16.12. Aber schmerzerfüllt fügt er hinzu: "Ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft." Vers 14.
8. Wie bezeichnet die Bibel unsere Versuche, gute Werke zu vollbringen?
Jesaja 64,5
9. Wem gilt unsere Zuneigung, wenn nicht Gott und der Mitmensch im Mittelpunkt stehen?
2. Timotheus 3,2
Anmerkung: Die Sünde nahm ihren Anfang im selbstsüchtigen Streben und jede Kundgebung von Selbstsucht verdeutlicht diesen Grundsatz. Denn Selbstsucht ist die Grundlage aller Sünde.
10. Was geschieht mit dem Menschen, wenn er Gott vergisst?
Römer 1,21.22
Anmerkung: Jedes Zurückweisen von Licht verdunkelt den Geist und verhärtet das Herz. Dadurch ist es einfacher, den nächsten Schritt in der Sünde zu machen und noch deutlicheres Licht zu verwerfen. Schliesslich ist die Gewohnheit, falsch zu handeln, so stark eingewurzelt, dass die Sünde nicht länger als sündhaft erscheint.
11. In welcher Lage befinden wir uns, wenn wir von Gott getrennt sind?
Epheser 2,12
12. Worin besteht die einzige Hoffnung für uns Menschen?
Johannes 3,7
Anmerkung: Seit Anbeginn der Welt haben sich die Menschen anstatt unter dem Einfluss Gottes zu bleiben und das sittliche Ebenbild des Schöpfers widerzuspiegeln, unter die Herrschaft und den Einfluss Satans gestellt. Dadurch wurde der Mensch selbstsüchtig. Die Sünde wurde zu einem weltumfassenden Übel. Eine Geburt bedeutet Anfang eines neuen Lebens. Dieses neue Leben ist nicht eine Veränderung des alten, sondern ein vollständig neues Leben, das auf anderen Grundsätzen beruht.
13. Wie und durch wen versöhnte Gott die Welt mit sich selber?
2. Korinther 5,18.19
Anmerkung: Die Bibel zeigt uns deutlich, dass Zweifel an der Liebe Gottes der Ursprung des grossen Abfalls war. Aber Gott hatte Vorkehrung getroffen, dem gefallenen Menschen den stärksten Beweis seiner Liebe zu geben. So erhielt der Mensch Gelegenheit, wieder zu Gott zurückzukehren und ihm treu zu sein.
14. Wie kann das geschehen?
Galater 2,20
15. Wie oft muss dieser Vorgang stattfinden?
1. Korinther 15,31
16. Mit welchen Worten bezog sich Christus auf diese tägliche Erfahrung, dem eigenen ICH abzusterben?
Lukas 9,23.24
Anmerkung: Das Kreuz ist ein Symbol des Todes. In diesem Vers ist vom Tod des eigenen ICHs die Rede. Es bedeutet, seinen eigenen Willen Christus unterzuordnen. Ohne diesen Tod wird alles, was wir tun, vom eigenen ICH durchdrungen sein. Scheinbare Frömmigkeit mag als echt angesehen werden. Aber wir können Gott nicht täuschen. In Wirklichkeit erhöhen wir nur unser eigenes ICH und meinen, Gott einen Dienst zu erweisen. Was als eifriges Wirken für den Herrn gelten mag, ist in Wirklichkeit nur Selbstsucht. Am Ende werden wir Verderben ernten.
17. Anders ausgedrückt, was sollen wir auf uns nehmen?
Matthäus 11,28-30
Anmerkung: Das Joch und das Kreuz stellen das gleiche dar: Die Übergabe des Willens an Gott. So wie das Kreuz ein Sinnbild dafür ist, dass das Element der Selbstsucht von der Seele weggeschnitten wird - d.h., dass man sich selbst verleugnet - so ist das Joch ein Symbol des Dienstes und des Gehorsams gegenüber dem Willen Christi. Wir können Christus nur nachfolgen, wenn wir bereit sind, uns in sein Joch einspannen zu lassen, das Kreuz auf uns zu nehmen und es wie er zu tragen. Das Joch Christi ist in der Tat leicht, wenn man es mit dem Joch der Sünde vergleicht, das nur Schuld und Schande mit sich bringt.
18. Welchen unwiderlegbaren Beweis der Liebe gab Gott, um die rebellische Menschheit mit sich zu versöhnen?
Römer 5,8-10
Anmerkung: Das Kreuz zeigt uns, wie wertvoll der Mensch in den Augen Gottes ist. Seine grosse Liebe zu uns kommt darin zum Ausdruck. Christus kam, um den Menschen zu offenbaren, inwieweit er als Sohn Gottes bereit wäre, Demütigung, Selbstverleugnung und Leiden auf sich zu nehmen, um den Erlösungsplan zu verwirklichen. Durch das Kreuz von Golgatha verbürgt Gott unsere Sicherheit und unser Glück für ewige Zeiten, sogar schon hier auf dieser Erde. So wie das Kreuz Gottes grosse Liebe offenbart, so bezeugt es der Welt, den Engeln und den Menschen, die Unveränderlichkeit des göttlichen Gesetzes. Hätte Gott sein Gesetz ändern können, dann hätte Jesus den qualvollen Tod auf Golgatha nicht erleiden müssen. Erblicken wir aber Christus am Kreuz, dann wird das Gewissen in uns geweckt. Nichts anderes vermag das hässliche Wesen der Sünde so deutlich zu offenbaren.