Lektion 8 - Unser Vorrecht zu Gott zu beten
Gott hat den Menschen kein grösseres Vorrecht gewährt als das Recht, zu ihrem Schöpfer zu beten und so mit ihm zu sprechen. In seiner Vorsehung und Fürsorge hat Gott das Gebet als Mittel zu gutem Gelingen und Erfolg eingesetzt. Das Gebet ist der Weg auf dem wir Segnungen erhalten, die anders gar nicht zu erlangen wären. Die Anrufung eines Gerichts, Gesuche oder an einen Menschen gerichtete Bitten bewegen Menschen. Sie mögen ihren Teil zur Regelung der Beziehungen zwischen den Nationen beitragen, aber das Gebet bewegt den Himmel.
1. Was ist die Grundbedingung zur Beantwortung des Gebets?
Hebräer 11,6
Anmerkung: Das Gebet ist der Schlüssel mit dem der Gläubige die Tür zu den unbegrenzten Schätzen des Himmels öffnen kann. Gott ist bereit, sich uns in ganz besonderer Art und Weise zu offenbaren. Der Grund, warum wir nicht mehr Beweise seiner Macht erfahren, ist unser Mangel an Glauben. Würde Gott auch nur einige Gebete erhören, die nicht im Glauben gesprochen wurden, dann würde uns das verwundern. Aber wenn wir in tiefem Ernst zu Gott kommen und ihm unsere Bitten im Glauben und mit Beharrlichkeit vorbringen, dann wird die Antwort ganz bestimmt kommen.
2. Was hat Gott denen verheissen, die im Gebet zu ihm kommen?
Psalm 102,18
3. Welchen Beweis gab Gott, dass er unsere Gebete erhören will?
Römer 8,32
Anmerkung: Am Opfer von Golgatha können wir sehen, welchen Wert Gott einer einzigen Menschenseele beimisst. Weil Gott sein Interesse an unserer Erlösung so klar demonstriert hat, können wir darauf vertrauen, dass er bereit ist, auch für unsere einfachen und alltäglichen Bedürfnisse zu sorgen. Siehe dazu Matthäus 6,26-33 und Psalm 34,10; 37,4.
4. Wissen wir immer, worum wir beten sollen?
Römer 8,26
Anmerkung: Jede Bitte, die wir Gott im Glauben und mit aufrichtigem Herzen vortragen, wird beantwortet werden. Ein solches Gebet bleibt nie unbeachtet. Aber es wäre Vermessenheit, wenn wir den Anspruch erheben würden, dass unser Gebet immer auf die Art und Weise beantwortet werden sollte, wie wir uns dies vorgestellt haben, oder dass wir stets das erhalten werden, was wir uns gewünscht haben. Gott ist zu weise, als dass er einen Fehler begehen würde. Er liebt uns zu sehr, als dass er uns etwas geben würde, was uns nicht zum Besten dienen würde. Wenn wir unsere Gebete im Glauben emporsenden, dann werden wir eine Antwort erhalten. Aber Gott wird uns nichts geben, was uns schaden würde. Wenn wir mit aufrichtigem Herzen um etwas gebetet haben, von dem Gott sieht, dass es nicht gut ist für uns, dann mag er uns das, was wir uns wünschen, vorenthalten. Stattdessen wird er uns aber den Segen geben, den wir am meisten benötigen. "Denn Gott der HERR ist eine Sonne und ein Schild: der HERR wird Gnade und Ehre schenken: denen die aufrichtig vor ihm wandeln wird er nichts vorenthalten." Psalm 84,12.
Wenn die Antwort auf unsere Gebete auch nicht gerade dann kommt, wenn wir sie erwarten, so dürfen wir doch Gott nicht misstrauen; denn das würde uns nur in Finsternis bringen. Gott weiss das Ende von Anfang an. Er kennt jedes Menschenherz. Er kennt auch die Verhältnisse eines jeden von uns. Aus diesem Grund sollen wir unsere Bitten unserem allweisen himmlischen Vater vorlegen und dann in vollkommenem Vertrauen alles Weitere ihm überlassen. Es ist nicht richtig, wenn wir unsere Wünsche um jeden Preis durchzusetzen wollen. Wir sollten vielmehr einen unterwürfigen Geist an den Tag legen. Unser Gebet soll die Form einer Bitte und nicht eines Befehls haben.
5. Was sagt die Bibel über das Gebet des Gerechten?
Jakobus 5,16
Anmerkung: Wenn wir seinen Willen tun, wenn wir in der Wahrheit wandeln, dann dürfen wir bitten, was wir wollen, und es wird uns widerfahren. Wenn wir uns ernsthaft bemühen, gehorsam zu sein, dann wird Gott unsere Bitten hören. Aber er wird uns nicht segnen, wenn wir ungehorsam sind.
6. Welche Haltung sollten wir beim Beten einnehmen?
Psalm 95,6
Anmerkung: Wenn wir Gottes unendliche Grösse erkennen und seine Gegenwart verspüren, dann werden wir von wahrer Ehrfurcht erfüllt. Jesus, unser Beispiel, "kniete nieder und betete." Lukas 22,41. Von den Jüngern steht geschrieben, dass auch sie "niederknieten und beteten." (Siehe Apostelgeschichte 9,40; 20,36; 21,5). Als Esra vor Gott die Sünden Israels bekannte, kniete er. Esra 9,5. Daniel, ein von Gott geliebter und hochgeehrter Mann "fiel dreimal am Tag auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott." Daniel 6,11. Sowohl beim öffentlichen Gottesdienst als auch zu Hause im Familienkreis oder in der stillen Kammer, wenn wir für uns allein sind, ist es unser Vorrecht, unsere Knie vor dem Herrn zu beugen, wenn wir zu ihm beten.
7. Welchen Rat gab Paulus den Gläubigen zu Thessalonich?
1. Thessalonicher 5,17
Anmerkung: Wo immer wir uns befinden, ganz gleich womit wir auch beschäftigt sind, unser Herz sollte dabei immer im Gebet nach oben gerichtet sein. Wir brauchen nicht immer darauf zu warten, erst hinknien zu können, bevor wir zu Gott beten. Wenn auch der Christ nicht immer auf seinen Knien sein kann, so kann er doch seine Gedanken und Wünsche stets nach oben richten. Für den Christen gibt es keinen Augenblick und keinen Ort wo es nicht angebracht wäre, seine Gedanken im Gebet auf Gott zu richten.
8. Welchen Grundsatz nannte Jesus, damit unsere Gebete beantwortet werden?
Lukas 11,5-9
Anmerkung: Oft verzögert Gott die Antwort auf unsere Gebete, um unseren Glauben zu prüfen oder die Echtheit unserer Wünsche unter Beweis zu stellen. Wenn wir nach seinem Wort gebetet haben, dann sollten wir seiner Verheissung glauben und unsere Bitte mit einer solchen Bestimmtheit vorbringen, die nicht verneint werden wird. Wenn wir beharrlich um etwas bitten, so bringt uns dies in eine ernsthaftere Haltung. Wir sehnen uns dann umso mehr nach dem, worum wir gebetet haben. Das Gebet wird nicht Gott, sondern uns verändern. Es bringt uns in Übereinstimmung mit ihm.
9. Welche weitere Bedingung gilt für die Beantwortung unserer Gebete?
Psalm 37,5
10. Welches soll unsere Haltung sein, wenn Gebete nicht sofort erhört werden?
Jakobus 1,5-8
Anmerkung: Unser Gebet sollte folgende Merkmale aufweisen: Wir müssen ein tiefes Bewusstsein unserer Not haben. Gleichzeitig sollten wir ein inniges Verlangen nach jenen Dingen haben, um die wir beten, sonst werden unsere Gebete nicht erhört. Wir sollen jedoch nicht müde werden und aufhören, unsere Bitten dem Herrn im Gebet vorzutragen, weil wir die Antwort nicht sofort erhalten haben. Hier begehen viele einen Fehler. Wenn die Antwort nicht unverzüglich kommt, dann wanken sie in ihrem Entschluss und ihr Glaube lässt sie im Stich. Dies ist auch der Grund, warum sie vom Herrn nichts erhalten.
11. Welches ist die vierte Bedingung zur Erhörung unserer Gebete?
1. Johannes 5,14
Anmerkung: Es muss unser Wunsch sein, dass Gottes Wille geschehen möge. Das ist eine Sache des Glaubens. Auch Jesus betete im Garten Gethsemane, dass nicht sein eigener, sondern der Wille seines Vaters geschehen möge. Er unterstellte sich seinem Vater voll und ganz. (Siehe Lukas 22,42).
12. Was kann Gott hindern, unsere Gebete zu erhören?
Sprüche 28,9
Anmerkung: Jene, die im Licht der Gebote Gottes wandeln erhalten Antwort auf ihre Gebete. Wenn wir seinen Willen tun, wenn wir in der Wahrheit wandeln, dann können wir bitten was wir wollen, und es wird uns widerfahren. Wie eigenartig wäre es aber, wenn Gott auf unsere Wünsche eingehen würde, während wir seine Gebote und sein heiliges Gesetz missachteten.
13. Wie lautet die fünfte Bedingung zur Gebetserhörung?
Philipper 4,6
Anmerkung: Wenn Gottes Liebenswürdigkeit in uns mehr Dankbarkeit und Lob hervorrufen würde, dann hätten unsere Gebete eine viel grössere Wirkung. Wir würden mehr und mehr von Gottes Liebe erfahren. Wir würden auch mehr erhalten, wofür wir Gott wiederum dankbar sein könnten. Wenn wir seine Güte und Gnade betrachten, dann werden wird feststellen, dass er um unsere Bedürfnisse besorgt ist. (Siehe auch Kolosser 4,2).
14. Unter welchen Bedingungen erhört Gott unsere Gebete um Vergebung?
Markus 11,25.26
15. Zu wem sollen wir beten? Was lehrte uns Jesus?
Matthäus 6,9
16. In wessen Namen und Ermächtigung (Vollmacht) sollen wir beten?
Johannes 15,16
17. Warum das?
1. Timotheus 2,5
18. Was ist Jesus für jene, die ihn um Hilfe anrufen?
1. Johannes 2,1
Anmerkung: In seinem Mittleramt als unser Fürsprecher ist Christus unser Stellvertreter. Er kam als Stellvertreter und Bürge auf diese Welt. Er ist völlig in der Lage, all jene, die bereuen und im Gehorsam zu ihm zurückkehren, zu retten. Christus ist der einzige, der unsere Sünden bzw. unsere Schuld tragen kann. Er ist das einzige Opfer für unsere Sünden. Unsere Gebete und unser Sündenbekenntnis sind nur dann wirksam, wenn sie durch ihn dargebracht werden.
19. Warum können wir darauf vertrauen, dass Gott auf unsere Gebete antworten wird?
Jakobus 5,11
Anmerkung: Wir können unserem himmlischen Vater nicht zur Last fallen noch ihn ermüden. Er, der die Haare auf unserem Haupt gezählt hat, ist in Bezug auf die Bedürfnisse seiner Kinder nicht gleichgültig. (Siehe auch Psalm 103,8; 116,5)
Wenn wir uns unserem himmlischen Vater nähern und unsere Not fühlen und ihm im Vertrauen unsere Herzen öffnen, dann haben wir die Zusicherung, dass er uns hören wird. Als Jesus auf Erden war, lehrte er seine Jünger beten. Er wies sie an, Gott ihre täglichen Bedürfnisse vorzulegen und all ihre Sorgen auf ihn zu werfen. Und die Zusicherung, die er ihnen gab, dass ihre Bitten erhört würden, gilt für uns heute in gleicher Weise.