Lektion 39 - Jesu Gabe an seine Gemeinde

In der Zeit von Jesu erstem Kommen hatte sich das Böse schon während Jahrhunderten immer weiter ausgebreitet und an Heftigkeit zugenommen. Das stellte nun für die Verkündigung des Evangeliums eine gewaltige Herausforderung dar, und ein Sieg konnte unmöglich in gewöhnlicher Weise und mit gewöhnlichen Mitteln erlangt werden. Um dieser Herausforderung zu begegnen sandte Jesus nach seiner Himmelfahrt seinen Stellvertreter, die dritte Person der Gottheit zu denen, die an ihn glaubten. Gegen Ende seines Messias Amtes, als er schon im Schatten des Kreuzes stand und sich voll im Klaren darüber war, durch welche Erfahrung er bald gehen würde, verhiess Jesus seinen Jüngern seinen Geist. Siehe dazu Johannes Kapitel 16. Das war eine Gabe, die durch nichts zu übertreffen war. Das bedeutet aber nicht, dass der Heilige Geist nicht schon vor dieser Zeit da war und sein Werk tat, denn von Anbeginn an wirkte Gott durch seinen Geist. Siehe dazu 1. Mose 1,2. Von der Gemeinde in der Wüste, zur Zeit Moses, wird uns berichtet, dass Gott den Israeliten "seinen guten Geist gab, sie zu unterweisen". Nehemia 9,20. Aber zu Pfingsten kam der Heilige Geist mit einer Macht, wie Menschen das bis hierher nicht erlebt hatten.

1. Welche Aufgabe sollte Jesus auf dieser Erde erfüllen? Was sagte er?

Johannes 17,4

2. Wie können wir nach Jesu Worten unser Verhältnis zu ihm zeigen?

Johannes 14,15.16

Anmerkung: Untrennbar miteinander verbunden sind die Liebe zu Jesus und der Gehorsam und die Treue seinem Gesetz gegenüber. Als Jesus den Dienst und das Werk des Heiligen Geistes umschrieb, da zeigte er nicht nur das Werk auf, das der Heilige Geist verrichten würde, sondern legte auch die Wahrheit bezüglich des Gehorsams dar, dass der Geist nur dem Gehorsamen gegeben wird.

3. Wem würde Gott seinen Geist geben? Was sagte der Apostel Petrus?

Apostelgeschichte 5,32

4. Was würde der Heilige Geist für die Jünger tun? Was verhiess ihnen Jesus?

Johannes 14,26

5. Worüber wird der Heilige Geist den Menschen die Augen öffnen?

Johannes 16,8

6. Was ist Sünde?

1. Johannes 3,4

Anmerkung: Der Heilige Geist und das Begehen von erkannten Sünden können nicht zusammen existieren. Sie schliessen sich gegenseitig aus - sie sind unvereinbar. Ganz offensichtlich kann der Geist Gottes nicht in vollem Ausmass in einem Menschen wohnen, der kein praktisches Verständnis der Wahrheit hat. Gott kann nicht der Sünde dienen. Ebenso wenig kann er mit irgendjemand zusammenarbeiten, der nicht ein Täter des Wortes ist. Wir müssen in jeder Hinsicht mit Gott zusammenarbeiten sonst kann er nicht mit uns zusammenwirken.

7. Sind Wunder unbedingt ein Beweis, dass Gottes Geist am Wirken ist?

Matthäus 7,22.23

8. Welcher Umstand bildet die Trennungslinie zwischen denen, die Gott als sein Eigentum anerkennt und denen, die er nicht anerkennen wird?

Matthäus 7,21

Anmerkung: Es wird Menschen geben, die bekennen, Christus anzugehören und die sogar auf die Wunder hinweisen die sie getan haben als Beweis ihrer Verbindung mit Jesus. Das sind aber Leute, die er von sich weisen und deren große Taten er nicht als vom Heiligen Geist gewirkt anerkennen wird. Bei dem allem wird er sie als Täter der Gesetzlosigkeit bezeichnen.

9. Wie empfangen wir den Heiligen Geist?

Galater 3,14

10. Was ist Glaube?

Hebräer 11,1

Anmerkung: Viele glauben, dass es eines äusserlichen Beweises bedürfe um zu demonstrieren, dass jemand den Heiligen Geist wirklich erhalten hat. Wenn wir aber einen sichtbaren Beweis vor uns haben, dann ist es nicht mehr eine Angelegenheit des Glaubens. Wenn wir einen für das Auge sichtbaren Beweis fordern, dass Gott seine Verheissung an uns auch wirklich erfüllt hat, dann zeugt das vielmehr von Misstrauen und dass wir keinen Glauben haben. Auf diese Weise entfernen wir das Fundament und die Voraussetzung für die Erfüllung der Verheissung. "Was aber nicht aus dem Glauben geht, das ist Sünde." Römer 14,23. Wenn nun, wie das bei andern Gaben der Fall ist, die Gaben des Geistes durch den Glauben empfangen werden, dann entscheiden nicht Gefühle darüber, ob wir den Heiligen Geist empfangen haben oder nicht. Gefühl ist nicht Glaube!!! Denken wir hier an das Wort Jesu: "Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben". Johannes 20,29.

11. Was sagte Christus von denen, die ein Zeichen fordern, ehe sie glauben?

Matthäus 16,4

12. Wie viele Gaben zählte der Apostel Paulus auf?

1. Korinther 12,8-10

13. Wer bestimmt, welche Gabe jemand bekommen soll?

1. Korinther 12,11

Anmerkung: Viele glauben heute, dass die Gabe des Zungenredens ein "Zeichen" oder ein "Beweis" dafür ist, dass jemand die Taufe des Heiligen Geistes empfangen hat. In seinem ersten Brief an die Gemeinde zu Korinth schreibt Paulus mehr über das Zungenreden als in irgendeinem anderen seiner Briefe. Der Zusammenhang macht deutlich, dass die Gemeinde in Korinth zurzeit als Paulus diesen Brief an sie schrieb, diese Gabe missbrauchte. Paulus wies klar darauf hin, dass sie so die Ordnung des Evangeliums ins Gegenteil verkehrten, wenn sie der Gabe des Zungenredens ein derart grosses Gewicht beimassen. Gott hatte das Hauptgewicht nie auf das Zungenreden gelegt. Deshalb nötigte sie Paulus, nachdem er ihnen seinen Rat erteilt hatte, nach den besseren Gaben zu streben, ganz besonders aber nach der Gabe der Weissagung.

14. Zu welchem Zweck sollte der Heilige Geist kommen?

Apostelgeschichte 1,8

Anmerkung: Die Bibel gibt uns keinen Hinweis, dass der Heilige Geist mit dem Zweck gegeben wurde, den Menschen ein besonderes Erlebnis zu schenken. Auch sollte die Gabe des Geistes kein Zeichen dafür sein, dass jemand gerettet war oder nicht. Diese verheissene Gabe des Heiligen Geistes wurde ihnen vielmehr als Hilfe gegeben, für Christus Zeugnis abzulegen.

15. Was bewirkte das Reden in Zungen der Apostel zu Pfingsten?

Apostelgeschichte 2,6

16. Was war die Folge ihres Predigens an jenem Tage?

Apostelgeschichte 2,41

17. Was geschah, als Petrus zu Kornelius und seinem Hause sprach?

Apostelgeschichte 10,44-46

Anmerkung: Die Erfahrung des Petrus (siehe Apostelgeschichte 10,1-20) und die Haltung der Brüder in Jerusalem zeigen, wie ungenügend die Juden ihre Verantwortung gegenüber den Heiden erkannten. Nur weil Petrus mit eigenen Augen gesehen hatte, dass der Heilige Geist auch auf die Heiden ausgegossen wurde, fühlte er sich berechtigt, sie zu taufen. Dies geht deutlich aus seiner Erklärung hervor, die er anlässlich des später abgehaltenen Apostelkonzils berichtete. Siehe Apostelgeschichte 11,15-18.

18. Wie viele Charaktermerkmale stellt Paulus im Leben eines Menschen fest, der wahrhaft vom Heiligen Geist erfüllt ist?

Galater 5,22.23

19. Wie kommt es in unserem Leben zu dieser Frucht?

Johannes 15,4.5

Anmerkung: Viele Gemüter sind verwirrt, weil sie den Unterschied zwischen den Gaben des Geistes und der Frucht des Geistes nicht kennen. Es sind zwei verschiedene Kundgebungen des Heiligen Geistes. Die Frucht entsteht im Leben des Gläubigen, weil der Geist in seinem Herzen wirkt. Diese Charaktereigenschaften entwickeln sich als Folge der Verbindung mit Jesus, wenn wir ihm unser Leben unterstellen. Die Umwandlung des Charakters ist der Beweis, dass der Heilige Geist in unserem Leben wirkt. Dies führt letztlich dazu, dass wir gerettet werden.

Doch die Gaben des Geistes erfüllen einen ganz anderen Zweck. Sie haben nicht die Aufgabe, im Leben des Menschen eine Veränderung zu bewirken. Durch sie wird der Gläubige vielmehr befähigt, andere zu unterweisen und zum Heil zu führen. Sie verleihen uns Kraft, Christus zu bekennen. Wenn Gott die Gaben des Geistes auch jenen geben würde, die nicht bereit sind, den Geist an ihrem Herzen wirken zu lassen, so dass die Frucht des Geistes in ihnen zum Vorschein kommt, dann würde Gott die Sünde gutheissen.

Es ist noch kein Beweis, dass jemand ein Christ ist, wenn er unter bestimmten Umständen in Ekstase gerät. Heiligkeit ist nicht schlechthin gleichbedeutend mit Ekstase. Es ist vielmehr eine vollständige Übergabe des menschlichen Willens an den Willen Gottes. Heiligkeit bedeutet, dass wir von einem jeden Wort leben, das durch den Mund Gottes gegangen ist. Die Folge davon ist, dass wir seinen Willen tun.

Der Erlöser hat uns seinen Geist verheissen. Der Lauf der Zeit hat die Kraft dieses Versprechens nicht vermindert. Jeder Christ, der sich dem Dienst für seinen Meister voll und ganz hingibt, darf erfahren, dass der Heilige Geist an jedem Ort mit ihm ist.