Lektion 34 - Gottes letzte Warnungsbotschaft
Die Wiederkunft Christi ist jenes grosse Ereignis in der Bibel, auf das alle andern hinauslaufen. Es wird als ein Tag des Zorns dargestellt, als Tag, da Sünde und Sünder ausgerottet werden und das Land (die Erde) öde gemacht wird. Der Tag, an dem sich Gott aufmachen wird, um die Bewohner der Erde zu bestrafen, wird von den vom Heiligen Geist inspirierten Schreibern in lebhafter und deutlicher Sprache geschildert.
Da stellt sich die Frage: Wird die Menschheit angesichts dieser drohenden Zerstörung nicht gewarnt? Gibt es keine erkennbaren Anzeichen für diesen hereinbrechenden Sturm, so dass wir den drohenden Untergang abwenden können? Wird Gott diese sündhafte Welt einfach in den Ruin versinken lassen, ohne die Menschen vorher zu warnen?
Gott hatte einst die Menschen, die vor der Sintflut lebten, gewarnt. Es entspricht keineswegs der Art des gerechten Richters dieser Welt, die Menschen zu strafen, ohne ihnen vorher Gelegenheit zur Umkehr gegeben zu haben, damit sie dem drohenden Unglück entrinnen können. Doch unser Schicksal hängt einzig und allein davon ab, wie wir auf Gottes Warnungen reagieren.
1. Wer wird vor der Wiederkunft Christi auftreten?
Maleachi 3,23.24
Anmerkung: Als der Engel Gabriel die Geburt Johannes des Täufers ankündigte, gab er bekannt, dass dessen Werk im Geist und in der Kraft Elias vollbracht werden würde. Siehe Lukas 1,17. Johannes, der Vorläufer Christi, erfüllte seine Mission, indem er die Menschen auf die Lehrtätigkeit des Messias vorbereitete. Siehe Matthäus 11,10. Diese Prophezeiung wurde im Leben des Johannes teilweise erfüllt. Ihre vollständige Erfüllung wird sie aber erst unmittelbar vor der Wiederkunft Christi finden. Es muss eine Botschaft verkündigt werden, um ein Volk auf die Ankunft des Herrn vorzubereiten. Diese Botschaft ist in der Bibel in Offenbarung 14 zu finden. Es ist die letzte Warnungsbotschaft an die Menschen. Sie wird über die ganze Welt verkündigt werden. Und jeder Mensch wird durch Annahme oder Verwerfung dieser Botschaft über sein eigenes Schicksal entscheiden. Er wird entweder das ewige Leben ererben oder den ewigen Tod erleiden.
2. Welches Ereignis kündigt der erste Engel aus Offenbarung 14 an?
Offenbarung 14,7
Anmerkung: Die meisten Wahrheiten der Bibel waren für alle Menschen zu allen Zeiten von Bedeutung. Doch die Botschaft in Offenbarung 14,6.7 ist einmalig, weil sie bekanntgibt, dass das Gericht im Gange ist. Deshalb konnte diese Wahrheit erst mit vollem Recht verkündigt werden, nachdem das Gericht im Jahre 1844 begonnen hatte. Die Apostel wiesen auf ein zukünftiges Gericht hin (siehe Apostelgeschichte 24,25). Aber hier wird uns gesagt, dass dieses Gericht begonnen hat.
3. Was verkündigt dieser Engel angesichts des Gerichts, das im Gange ist?
Offenbarung 14,6
4. Was geht mit der Annahme des Evangeliums Hand in Hand?
Markus 1,15
Anmerkung: Busse bedeutet Gesinnungswandel. Wir haben den Wunsch, anders zu handeln. Es genügt nicht, dass wir bloss unsere Sünden bekennen. Wir müssen uns entschieden von ihnen abwenden. Siehe Jesaja 55,7.
5. Was wird gemäss Paulus im Gericht beurteilt werden?
Römer 2,16
Anmerkung: In diesem Gericht, das schon angefangen hat, wird jede Tat, die wir in unserem Leben begangen haben, ganz gleich wie geheim sie auch gewesen sein mag, beurteilt werden. Das wird auch unser Schicksal bestimmen. Siehe Prediger 12,14.
6. Was ausser unseren Taten wird im Gericht ebenfalls untersucht werden?
Matthäus 12,36
Anmerkung: Worte sind wie ein Barometer unserer Gedanken. Denn es steht geschrieben: "Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über." Matthäus 12,34
7. Vermag das Evangelium auch unsere Gedanken zu beeinflussen?
2. Korinther 10,5
Anmerkung: Das Evangelium ist in der Lage, selbst unsere Gedanken und unsere Vorstellungskraft unter die Herrschaft Christi zu stellen. Es bewirkt eine Umwandlung des ganzen Menschen. Denn "so wie ein Mensch in seinem Herzen denkt, so ist er". Sprüche 23,7 (engl. King-James-Übersetzung).
8. Welches Zeichen gab uns Gott, durch dessen Annahme wir ihn als Schöpfer ehren können?
2. Mose 20,8-11
Anmerkung: Die wahre Grundlage der Anbetung Gottes besteht im Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf. Gott gab den Menschen in Eden seinen Sabbat, damit diese Wahrheit ihnen immer in Erinnerung bleiben sollte. Und solange die Tatsache bestehen bleibt, dass Gott unser Schöpfer ist und wir ihn deshalb anbeten sollen, solange wird auch der Sabbat das Andenken an die Schöpfung sein. Dieser Tag ist das besondere Zeichen zwischen Gott und seinem Volk. Siehe 2. Mose 31,13-17.
9. Welche Botschaft verkündigt der zweite Engel aus Offenbarung 14?
Offenbarung 14,8
Anmerkung: Durch das ganze Alte Testament hindurch werden die beiden Städte Jerusalem und Babylon einander gegenübergestellt. Die Stadt Babylon hatte ihren Ursprung, als die Menschen sich in vollem Bewusstsein von Gott abwandten und ihm zum Trotz ihre Erlösung in den eigenen Werken suchten. Deshalb wurde Babylon zu einem Symbol des Abfalls, des Hochmuts, der Verwirrung und der Selbsterlösung. Babylon wurde so zum Zentrum des irdischen Königsreichs Satans. Jerusalem dagegen - die Stadt des Friedens - war der Mittelpunkt, die Hauptstadt des Reiches Gottes auf Erden. Im Buch der Offenbarung werden diese beiden Städte wiederum erwähnt. Sie stehen stellvertretend für zwei geistliche Reiche.
10. Wie wird Babylon in der Prophetie genannt?
Offenbarung 17,5.6
11. Was stellt eine Frau in der Prophetie dar?
Jeremia 6,2
Anmerkung: Auch Paulus verglich die Gemeinde Christi mit einer Jungfrau, die mit Christus verheiratet ist. Siehe 2. Korinther 11,2. Das heilige und bleibende Verhältnis, das zwischen Christus und seiner Gemeinde bestehen soll, wird mit dem Ehebund verglichen. Siehe Jeremia 3,14.
12. Wie kann eine reine und gute Kirche ihre erhabene Stellung verlieren?
Jesaja 1,21
Anmerkung: Die Ankündigung, dass Babylon gefallen sei, muss sich demnach auf religiöse Gemeinschaften beziehen, die einst rein waren, dann aber von Gott abfielen. Angesichts der Tatsache, dass diese Botschaft in den letzten Tagen, zur Zeit des Gerichts verkündigt wird, zeigt, dass damit nicht bloss die katholische Kirche angesprochen wird; denn sie hat sich schon während Hunderten von Jahren in einem Zustand des Abfalls befunden.
13. Was stellt geistlicher Ehebruch dar?
Jakobus 4,4
Anmerkung: Wenn die Gemeinde Christus untreu wird, und sie ihre Zuneigung von ihm abwendet und weltlichen Dingen nachgeht, so kann dies mit dem Bruch des Ehegelübdes verglichen werden.
14. Mit wem ist die Gemeinde dieses illegale Verhältnis eingegangen?
Offenbarung 17,2
Anmerkung: Die Tatsache, dass die Kirche mit der Staatsmacht (den Königen) ein Verhältnis eingegangen ist, beweist, dass es sich bei dieser Macht, die als Babylon bezeichnet wird, nicht um eine staatliche Regierung handeln kann.
15. Wessen Mutter wurde diese falsche Kirche?
Offenbarung 17,5
Anmerkung: Unter den "Töchtern" müssen Kirchen und Gemeinschaften zu verstehen sein, die an den Lehren und Überlieferungen ihrer Mutter festhalten und ihrem Beispiel folgen, indem sie die Wahrheit und das Wohlwollen Gottes darangeben, um eine gesetzwidrige Verbindung mit der Welt einzugehen. Der Ausdruck Babylon (Verwirrung) mag mit Recht auf diese Gemeinschaften angewandt werden, da alle bekennen, ihre Lehren der Heiligen Schrift zu entnehmen, und doch in fast unzählige Sekten und Gruppen zersplittert sind mit weit voneinander abweichenden Glaubenslehren.
16. Wer wird aufgefordert, dieses System des Abfalls zu verlassen?
Offenbarung 18,4
Anmerkung: Ungeachtet der geistlichen Finsternis und der Entfremdung von Gott, die in diesen Gemeinschaften, die Babylon bilden, herrscht, hat Christus dennoch viele wahre Nachfolger, die sich noch dort befinden. Während den Tagen der jüdischen Gefangenschaft, unmittelbar bevor Babylon eingenommen wurde, sandte Gott eine Warnungsbotschaft, dass alle, die sich noch in der Stadt befanden, der Vernichtung entfliehen konnten. Siehe Jeremia 51,6.
17. Womit hat Babylon alle Nationen verführt?
Offenbarung 14,8
Anmerkung: Babylon wird vorgeworfen, dass sie "mit dem Zorneswein ihrer Unzucht alle Völker getränkt hat". Dieser Trank ist ein Symbol für ihre falschen Lehren, die sie als Folge ihrer Verbindung mit der Welt angenommen hat. Ihre Freundschaft mit der Welt verdarb ihren Glauben. Und indem sie durch ihre Verbindung mit den Herrschern der Erde versucht, alle zu zwingen ihre falschen Lehren anzunehmen, die mit den deutlichsten Aussagen der Bibel in Widerspruch stehen, verdirbt sie die Welt.
Der Fall Babylons ist progressiv, denn es kann noch nicht behauptet werden, dass alle Nationen auf Erden gezwungen wurden, diese falschen Lehren anzunehmen. Der Geist der Weltlichkeit hat in den volkstümlichen Gemeinschaften Einzug gehalten. Und weil sie die Wahrheit des Evangeliums verworfen haben, hat ein sittlicher Zerfall eingesetzt. Aber von diesem Fall kann noch nicht gesagt werden, dass er vollständig ist. Wenn jedoch die Vereinigung von Kirche und Staat, die von den Gemeinschaften im Allgemeinen angestrebt wird, in der ganzen christlichen Welt verwirklicht sein wird, dann muss der Fall Babylons als vollständig bezeichnet werden.