Lektion 1 - Gottes Handbuch für den Menschen
Die Heilige Schrift erhebt für sich den Anspruch, Gottes Offenbarung an die Menschen zu sein. Dieser Anspruch steht keinem anderen Buch zu Recht zu. Rund vierzig Schreiber verfassten jene Bücher, die heute unsere Bibel ausmachen. Unter diesen Autoren befanden sich Männer aus allen Rängen und Klassen. Einige verfügten nur über eine einfache Bildung, während andere höchste Schulung in Ägypten, Babylon oder Jerusalem genossen hatten.
Bedenkt man, dass die Bücher der Bibel während eines Zeitraums von nahezu 1600 Jahren geschrieben wurden - und dies erst noch von mehreren Autoren unterschiedlichster Herkunft -, welche Möglichkeit zu Meinungsverschiedenheit und Konfliktstoff muss da eingerechnet werden! Aber trotzdem stimmen alle Bücher der Bibel miteinander überein. Statt nun andere Quellen zu Rate zu ziehen, um zu sehen, was sie über die Schrift aussagen, wollen wir die Bibel selbst zur Hand nehmen.
1. Wie hat Gott im Anfang mit den Menschen verkehrt?
1. Mose 3,8.9
Anmerkung: Von Anbeginn war es nicht Gottes Plan, den Menschen sein Wort in schriftlicher Form zu geben. Gott selber und seine Engel besuchten Adam und Eva und redeten mit ihnen von Angesicht zu Angesicht. Die Engel waren dazu bestimmt, ihre Lehrer zu sein. Aber durch das Aufkommen der Sünde im Paradies wurde diese direkte Verbindung unterbrochen und der Mensch konnte sich nicht länger der innigen Gemeinschaft mit seinem Schöpfer erfreuen. Deshalb beschritt der Herr einen neuen Weg, auf dem er den Menschen seinen Willen mitteilen konnte.
2. Wie hat Gott versprochen, mit dem gefallenen Menschen zu verkehren?
Amos 3,7
Anmerkung: Für die Sünde ist Gott ein verzehrendes Feuer, wo immer sie zu finden ist. Siehe Hebräer 12,29. Als der Mensch, durch die Sünde verdorben, nicht mehr von Angesicht zu Angesicht mit seinem Schöpfer Zwiesprache halten konnte, wählte Gott eine andere Methode, um weiterhin mit den Menschen in Verbindung zu bleiben.
3. Wie haben diese Menschen den Willen Gottes erfahren?
2. Petrus 1,21
Anmerkung: Der Inhalt der Bibel kam nicht dadurch zustande, dass die Schreiber der einzelnen Bücher in Bibliotheken und Archiven Nachforschungen angestellt hatten. Es war vielmehr der Heilige Geist, der den Schreibern seine Gedanken eingeprägt hatte.
4. Wie verkehrte Gott im Allgemeinen mit seinen Propheten?
4. Mose 12,6
5. Wer war der erste Gottesmann, den die Bibel einen Propheten nennt?
Judas 14
Anmerkung: Obwohl Gott schon in früher Zeit anfing, durch seine Propheten zu den Menschen zu reden, so wurden diese Botschaften doch nur mündlich weitergegeben. Das geschah über einen Zeitraum von rund 2500 Jahren. Die Folge der Sünde war nicht nur eine Verkürzung der Lebensdauer, sondern auch die Fähigkeiten der Menschen nahmen ab. Die Degeneration und die rasche Ausbreitung des Abfalls machten es dringend notwendig, dass Gottes Wahrheit bewahrt und mit grösster Genauigkeit weitergegeben wurde. Das ist der Grund, warum Gott sein Wort schliesslich schriftlich festhalten liess.
6. Wer redete durch diese Männer?
Hebräer 1,1
7. Worauf bezog sich Christus in seinen Tagen?
Matthäus 21,42
Anmerkung: Die Gesamtheit jener Bücher, aus denen in den Tagen Christi die Schrift bestand, bezeichnen wir heute als das Alte Testament.
8. Wen offenbart die Schrift?
Johannes 5,39
9. Welche Veränderung vollzieht sich in uns, wenn wir Jesus betrachten, wie er in seinem Wort offenbart ist?
2. Korinther 3,18
Anmerkung: Es ist eine alte Wahrheit: Was wir betrachten, das prägt uns. Wenn wir uns unsittliche Dinge und Gewalttaten anschauen und in Gedanken dabei verweilen, setzen sich diese Dinge in unserem Geist fest. Wir werden sittenlos und zuletzt betrachten wir die Anwendung von Gewalt als etwas Normales. Verbringen wir unsere Zeit aber damit, reine und heilige Dinge zu betrachten und darüber nachzudenken, so wird unser Inneres (Herz) mit diesen edlen Grundsätzen in Übereinstimmung gebracht. Genau das meinte Jesus, als er sagte: "Heilige [d.h. 'mache sie heilig und befreie sie von aller sittlichen Unreinheit'] sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit." Johannes 17,17.
10. Wen bezeichnete unser Herr als den frühesten Schreiber der Bibel, der bereits auf ihn hingewiesen hatte?
Lukas 24,27
Anmerkung: Die Bibel nennt an keiner Stelle inspirierte Schriften, die vor Moses Zeit existiert hätten. Mit den ersten Büchern der Bibel beginnend, decken diese Schriften des Alten Testaments eine Zeitspanne ab, die sich von ca. 1500 v.Chr. bis zur Zeit Esras (ca. 450 v.Chr.), kurz nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft, erstreckt. Zu jener Zeit wurden die Bücher, die unser Altes Testament ausmachen, zusammengetragen. Sie bildeten dann den Heiligen Kanon, wie er in den hebräischen Handschriften enthalten ist.
11. Aus welchen drei Teilen besteht nach Jesu Worten das Alte Testament?
Lukas 24,44
Anmerkung: So wie die Apostel in ihren Schriften, zitierte auch Christus während seiner Lehrtätigkeit aus diesen drei Teilen der alttestamentlichen Schriften.
12. Was erwartete Paulus von den Gläubigen? Wie sollten sie seine Worte prüfen?
Apostelgeschichte 17,11
Anmerkung: Viele glauben heute, die Schriften des Alten Testaments hätten an Gültigkeit verloren. Aber gerade die angegebene Schriftstelle zeigt, dass die Apostel an die Inspiration des Alten Testaments glaubten. Es ist eine Tatsache, dass sowohl Christus als auch seine Apostel auf das Alte Testament, die Bibel ihrer Tage, verwiesen, um die Echtheit ihrer eigenen Schriften und ihrer Sendung zu beweisen.
13. Wann wurde Petrus Zeuge der Verherrlichung Christi und hörte Gottes Worte, welche die Sendung seines Sohnes billigten?
2. Petrus 1,17.18
14. Welchen noch grösseren Beweis der Gottheit Christi hatte er?
2. Petrus 1,19
Anmerkung: Petrus bezieht sich hier auf seine Erfahrung auf dem Verklärungsberg (siehe Matthäus 17,1-8). Er war Zeuge, wie Jesus von seinem Vater verherrlicht wurde. Aber in seinem zweiten Brief bringt er zum Ausdruck, dass das prophetische Wort weit verlässlicher ist als unsere Sinneswahrnehmungen. Obwohl er mit seinen Augen und Ohren den überwältigenden Beweis erfuhr, dass Jesus der Messias war, so nennt Petrus doch das prophetische Wort als einzige Sicherheit auf dem Glaubensweg.
15. Wonach sehnten sich die Propheten, als sie von der kommenden Gnade weissagten?
1. Petrus 1,9.10
16. Welcher Geist leitete sie?
1. Petrus 1,11
17. Welche vier Dinge bringt uns das Studium der Heiligen Schrift?
2. Timotheus 3,16
18. Was soll dieses Studium im Leben des Gläubigen vollbringen?
2. Timotheus 3,17
Anmerkung: Nach Christi Tod verstrich mehr als ein halbes Jahrhundert, bis das Neue Testament vollständig war. Die einzigen Schriften, welche die Gemeinde Christi in den ersten Jahren besass, waren jene des Alten Testaments. Aus diesen Texten ersehen wir, dass die inspirierten Schreiber des Neuen Testaments auch das Alte Testament anerkannten. Sie glaubten, dass es Licht enthielt und dass seine Lehren die Wahrheit darstellen und zum persönlichen Heil ebenso notwendig sind.
19. Wie hütete Gott das Volk Israel?
Hosea 12,14
20. Welche Verheissung gilt denen, die den Propheten Gottes glauben?
2. Chronik 20,20
21. Welchen Grundsatz müssen wir beim Bibelstudium anwenden, wenn wir die Prophezeiungen verstehen wollen?
1. Korinther 2,13
Anmerkung: Nicht jeder Wahrheitspunkt wird an nur einer Stelle in der Bibel vollständig erklärt. Gott hat mehrere Schreiber inspiriert und es ihnen überlassen, Gesehenes und Gehörtes in ihren eigenen menschlichen Worten wiederzugeben. Nur indem wir Bibeltext mit Bibeltext vergleichen, werden wir in der Lage sein, die durch diese Männer geoffenbarte Wahrheit in ihrer vollen Schönheit zu erkennen und an ihr Gefallen zu finden. Mit anderen Worten: Die Bibel legt sich selber aus!