Lektion 12 - Gottes Bund mit Abraham

In den vorherigen Lektionen haben wir uns eingehend mit dem Problem "Sünde" befasst. Wir haben gesehen, wie sich Gott bemühte, die Menschen, und damit jeden Einzelnen von uns, wiederum mit sich zu versöhnen. Nun wollen wir diese Dinge in einem grösseren Rahmen betrachten und in der Geschichte herausfinden, wie Gott im Hinblick auf das Problem "Sünde" mit dem gesamten Menschengeschlecht verfahren ist.

Wir haben bereits gesehen, welche Wirkung die Sünde auf die Menschen hatte, wie sie deren Haltung gegenüber der Autorität des Schöpfers änderte, Widerspruch zum Willen Gottes brachte und so Trennung und Entfremdung von Gott verursachte. Wir haben Gottes Antwort gesehen, die Verheissung, dass ein Erlöser (Retter) kommen werde und die Verheissung, dass der Nachkomme der Frau den Feind besiegen würde. (Siehe 1. Mose 3,15). Verbunden mit dieser Verheissung ist das Verspre¬chen, es werde tödliche Feindschaft herrschen zwischen jenen, die Gottes Angebot der Liebe und des Friedens annehmen, danach trachtend wieder treue Untertanen seines himmlischen Reiches zu werden und jenen, die die angebotene Rettung zu¬rückweisen. An diesem Punkt nimmt nun diese Lektion ihren Anfang.

1. Welche Wirkung hatte die Sünde auf die gesamte Menschheit?

1. Mose 6,5.11.12

2. Welchen Weg beschritt Gott um diesen Missstand zu beseitigen?

1. Mose 6,7.13

3. Wie kündigte Gott diese Zerstörung an?

1. Mose 6,17

4. Welche Absicht hatte Gott mit Noah?

1. Mose 6,18

Anmerkung: Ein Bund ist eine feierliche und verbindliche Übereinkunft zwischen zwei oder mehr Parteien; in diesem Fall zwischen Gott und den Menschen. Noah war der Stellver¬treter des ganzen Menschengeschlechts. Deshalb erstreckt sich der Bund, den Gott mit Noah schloss, auf die gesamte Menschheit.

Zu Beginn schuf Gott den Menschen und gab ihm Leben, das an Gehorsam gebunden war. (Siehe 1. Mose 2,16.17). Als der Mensch sündigte und sich so unter Satans Leitung stellte, wurde dieser sein neuer Meister. (Siehe Römer 6,16). Aber Gott hat das Todesurteil nicht sofort vollstreckt. Er gewährte dem Menschen eine zweite Gelegenheit, eine Bewährungs¬zeit, um die Folgen seines Entscheids am eigenen Leibe erfahren zu können - eine Welt, die mit Gott nicht mehr in Harmonie ist. Gott hatte jedoch einen Plan, durch den er dem Men¬schen die Möglichkeit gab, wiederum ein Glied der himmlischen Familie zu werden. Das war nur unter der Bedingung möglich, dass der Mensch zu Lebzeiten seinen Meister wechseln und sich entscheiden würde, Gott treu zu sein, was im Gehorsam gegenüber seinem Willen zum Ausdruck kommen würde.

Beachte, dass Gott nicht einfach von einem Bund spricht, den er mit Noah aufrichten will. Gott nennt diesen Bund "meinen" Bund. Das bedeutet, dass es kein neuer Bund war oder ein anderer Zeitabschnitt, sondern eine Erneuerung des Bundes, den Er ursprünglich mit Adam und Eva schloss als Er einen kommenden Erlöser verhiess und die Feindschaft zwischen dem Samen der Frau und dem der Schlange. Dieser Bund ist der gleiche Bund. Er unterscheidet sich nur deshalb vom ursprünglichen, weil Gott die Zusicherung hinzufügte, in seinem Umgang mit den Menschen nie wieder eine weltweite Wasserflut über die Erde zu bringen.

5. Was sollte Noah auf Gottes Anweisung bauen?

1. Mose 6,14

Anmerkung: Das war kein bedeutungsloses Unterfangen. Die Bibel berichtet uns, dass der Bau der Arche 120 Jahre dauerte. Wer weiss, wie oft Noah während dieser langen Zeitspanne gezweifelt haben mag, ob Gott wirklich eine Flut über diese Erde bringen würde. Dem menschlichen Auge schien so etwas vollkommen unmöglich. Alles in der Natur deutete darauf hin, dass das Leben wie bis anhin weitergehen würde. Nichts in der sichtbaren Welt liess das drohende Schicksal erkennen. Aber von Noah lesen wir in Hebräer 11,7: "Durch den Glauben hat Noah Gott geehrt und die Arche zubereitet zur Rettung seines Hauses, da er ein göttliches Wort empfing über das, was man noch nicht sah; und durch seinen Glauben sprach er der Welt ihr Urteil und hat ererbt die Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt."

6. Wie dankte Noah nach dem Verlassen der Arche für Gottes Schutz und Fürsorge?

1. Mose 8,20

Anmerkung: Als Noah aus der Arche kam, da lag eine völlig andere Welt vor ihm, als die, die er bislang gekannt hatte. Die Erdoberfläche hatte sich aufgrund der Flut stark verändert. Die riesigen Bäume und die tropische Vegetation auf dieser Erde wurden hinweggefegt. Das hinterliess ein äusserst trauriges Bild. Doch trotz der überall sichtbaren Veränderungen war Noah mit tiefer Dankbarkeit erfüllt, weil Gott sein Leben und das seiner Familie erhalten hatte.

7. Was hat Gott der Menschheit als Antwort darauf versprochen?

1. Mose 8,21; 9,11

8. Welches Zeichen gab Gott für sein Versprechen?

1. Mose 9,12-17

Anmerkung: Wie gütig doch Gott ist, dass er den Menschen ein Zeichen seiner Gunst gab. Er wusste, dass sich die Menschen von nun an immer fürchten würden, wenn sie sehen, dass sich ein Sturm naht. Um ihre Furcht zu zerstreuen gab Gott den Menschen den Regen¬bogen. Inmitten der düsteren Wolken sollte sie dieses Zeichen daran erinnern, dass Gott die Erde nie wieder durch eine Flut zerstören würde.

Das Böse drohte die ganze Welt zu überschwemmen. Doch durch die Sintflut konnte es sich für eine gewisse Zeit nur langsam ausbreiten. Sehr bald aber nach der Sintflut gaben sich die Menschen erneut dem Götzendienst hin und waren darauf aus, nur Böses zu tun. Gottes Antwort auf diese Verschwörung war die Verwirrung ihrer Sprache. Das hielt ihre Anstrengungen Böses zu tun und ihre geplante Vereinigung der Kräfte in hohem Masse auf.

9. Wen rief Gott mitten aus diesem grossen Abfall heraus?

1. Mose 12,1-3

10. Was verkündigte Gott Abraham mit der Verheissung "In dir sollen alle Nationen gesegnet werden"?

Galater 3,8.9

Anmerkung: Es ist wichtig zu sehen, dass der Segen, den wir durch Abraham erhalten sollen, nur durch Glauben erlangt werden kann.

11. Worin besteht nach Paulus die Verkündigung des Evangeliums?

1. Korinther 1,17.23

Anmerkung: Weil die Verkündigung des Evangeliums die Predigt des Wortes vom Kreuz Christi ist (es gibt kein anderes Mittel zur Erlösung) und Gott dem Abraham das Evangelium verkündigte, so können wir daraus sehen, dass Abraham mit dem "Wort vom Kreuz" vertraut war. Die Verse 13-14 deuten unmissverständlich darauf hin, dass der Segen Abrahams, der auf alle Familien der Erde kommen sollte, nur durch das Kreuz Christi möglich war.

12. Was hat Abraham gemäss den Worten Jesu gesehen?

Johannes 8,56

Anmerkung: All die Missverständnisse bezüglich der Verheissungen, die Gott Abraham und seinem Nachkommen gab, sind aufgekommen, weil die Menschen darin nicht das Kreuz Christi erkannt haben.

13. Wem verhiess Gott das Land, in das Abraham gezogen war?

1. Mose 12,7

14. Wer ist der Same oder Nachkomme Abrahams?

Galater 3,16

Anmerkung: Der Same Abrahams, dem die Verheissung gegeben wurde, ist Christus. Er ist der Erbe aller Dinge. (Siehe Hebräer 1,2).

15. Wer ist sonst noch im Samen Abrahams eingeschlossen?

Galater 3,29

16. Was werden wir, wenn wir Christus annehmen?

Römer 8,17

Anmerkung: Obwohl es viele Tausende gibt, die in diesem Samen eingeschlossen sind, so gibt es doch nur einen Samen, denn sie sind alle eins in Christus, der der Same ist.

Stephanus brachte in seinem letzten Zeugnis klar zum Ausdruck, dass das verheissene Land nicht nur für Abrahams Nachkommen war, sondern dass er (Abraham) selber an diesem Erbe ebenfalls Anteil haben würde. "Da ging er aus der Chaldäer Lande und wohnte in Haran. Und als sein Vater gestorben war, brachte Gott ihn von dort herüber in dies Land, darin ihr nun wohnet, und gab ihm kein Eigentum darin, auch nicht einen Fuss breit, und verhiess nur, er wollte es geben zum Besitz ihm und seinem Geschlecht nach ihm, obwohl er noch kein Kind hatte." - Apostelgeschichte 7,4.5.

Aus diesen Versen lernen wir, dass Abraham selber in der Verheissung "Und deinem Nachkommen will ich dies Land geben" stets mit eingeschlossen war. Weiter sehen wir, dass Abraham starb, ohne die Erfüllung dieser Verheissung erlangt zu haben. War Gottes Verheissung wertlos? Gewiss nicht! Es heisst, dass "Gott nicht lügen kann" und "dass er treu bleibt". (Titus 1,2; 2. Timotheus 2,13)

17. Worauf wartete Abraham? Was war die Erfüllung der ihm gegebe¬nen Verheissung?

Hebräer 11,8-10

Anmerkung: Somit steht fest, dass die Verheissung, die Abraham und seinem Nachkommen gegeben wurde, richtig verstanden nur das sein kann, was wir durch Christus und die Auferstehung erlangen können. Wäre es anders, dann wäre Abraham in Enttäuschung und nicht in vollem Vertrauen auf die Verheissung gestorben.