Lektion 7 - Glaubensgehorsam

Wenn das sittliche Rückgrat einer Nation geschwächt wird, wenn man allgemein die geltenden Massstäbe herabsetzt und wenn es zum guten Ton gehört, Gesetze, die von den Gründern einer Nation errichtet wurden gering zu achten, dann ist das eine äusserst tragische Situation. Das Ganze wird aber noch schicksalsschwerer, wenn wir die Tatsache in Betracht ziehen, dass die Mehrheit der heutigen Kirchenmitglieder sich kaum ein Gewissen macht, wenn sie zumindest einige Gebote des grossen göttlichen Sitten-Kodex - den "Zehn Geboten" - übertritt.

Das lässt die Frage aufkommen: Ist Gehorsam für einen wiedergeborenen Christen etwas Natürliches? Gibt es im Leben eines Christen Merkmale, wodurch er sich von denen unterscheidet, die nicht glauben? Welches ist der unwandelbare Massstab, der über Recht und Unrecht entscheidet? Muss dieser Massstab im Leben des Gläubigen Wirklichkeit werden?

1. Wer war der erste, der dem Menschen Leben in Ungehorsam versprach?

1. Mose 3,4.5

2. Wie viele Menschen können im Gericht gemäss Gottes Gesetz gerechtfertigt oder als unschuldig erklärt werden?

Psalm 143,2

3. Warum verhält es sich so?

Römer 3,23

4. Werden die Ungerechten gerettet werden?

1. Korinther 6,9-11

5. Wie können wir gerecht werden?

Römer 4,5

Anmerkung: Lebendiger Glaube drückt sich in einem Christus-ähnlichen Charakter und in vollkommenem Gehorsam gegenüber allen seinen Geboten aus.

6. Macht unser Glaube den Gehorsam überflüssig?

Römer 3,31

Anmerkung: Das Evangelium des Neuen Testaments bedeutet nicht, dass der Massstab des Alten Testaments herabgesetzt wurde, um dem Sünder entgegenzukommen und ihn in seinen Sünden zu retten. Gott verlangt von all seinen Geschöpfen Gehorsam, und zwar vollkommenen Gehorsam gegenüber allen seinen Geboten.

7. Können wir durch das Halten des Gesetzes gerecht werden bzw. Gerechtigkeit erlangen?

Galater 2,16

8. Können wir gerechtfertigt werden, ohne dem Gesetz Gottes zu gehorchen?

Römer 2,13

Anmerkung: In seiner Weisheit und Gnade prüft Gott die Menschen hier, um zu sehen, ob sie seiner Stimme gehorchen und sein Gesetz beachten würden, oder ob sie, wie Satan, rebellieren. Gott wird jenen nicht vergeben, die auch nur eines seiner Gebote mit Füssen treten. Auch werden sie seinen Segen nicht empfangen. Wenn wir willentlich sündigen, so bringen wir die Stimme des Heiligen Geistes zum Schweigen und die Seele wird von Gott getrennt. Ganz gleich welche Begeisterung in uns aufkommen mag, Jesus kann in einem Herzen, welches das Gesetz missachtet, nicht wohnen. Gott wird nur jene ehren, die ihn auch ehren. Siehe dazu 1. Samuel 2,30.

9. Wie bringen wir zum Ausdruck, dass wir Gott wirklich angenommen haben?

Römer 6,16

Anmerkung: Wenn wir Christus als Retter annehmen, dann müssen wir ihn auch als unseren Gebieter anerkennen. Erst wenn wir ihn durch unseren Gehorsam gegenüber seinen Geboten anerkennen, können wir Gewissheit und vollkommenes Vertrauen in ihn als unseren Erlöser haben. Durch den Glauben legen wir uns in seine Hände, damit er nach seinem Wohlgefallen in uns wirken kann. Das eigene ICH, unser altes von Natur aus selbstsüchtiges Wesen stirbt und Christi Willen wird zu unserem Willen, sein Weg wird unser Weg. In seiner Hand werden wir zu einem Werkzeug, das nicht mehr Böses tut, sondern Werke der Gerechtigkeit.

10. Genügt es, wenn wir Gottes Forderungen einfach anerkennen, aber nicht darnach leben?

Jakobus 2,14.19.20

Anmerkung: Es wäre möglich, das Gesetz Gottes bloss als guten Ratschlag aufzufassen, dessen Wert wir ganz allgemein zu schätzen wissen. Wenn wir aber nicht in der Lage sind, diesen Geboten zu gehorchen, dann wäre eine Bezeichnung wie "Die Zehn Ratschläge" viel eher am Platz. Wenn unser Lebenswandel nicht an diesem Gesetz gemessen wird, dann verliert es seine Bedeutung. Im Klartext würde dies bedeuten, dass es dann auch keine Sünde gäbe, denn die einzige Definition, die uns die Bibel für den Begriff Sünde liefert ist "Übertretung des Gesetzes". Siehe dazu 1. Johannes 3,4. Die nächste logische Frage ist nun: Welchen Sinn hat denn die Gnade? Zu welchem Zweck ist sie da?

11. Für welche Menschen ist Christus Urheber des Heils (Rettung)?

Hebräer 5,9

12. Wie gründlich forscht das Gesetz nach, wenn es darum geht, Schuld festzustellen?

Hebräer 4,12

13. Wie begegnet das Evangelium dieser Herausforderung?

2. Korinther 10,5

Anmerkung: Das Gesetz richtet nicht nur unsere Taten, sondern auch unsere Gedanken, Beweggründe und Gefühle. Siehe dazu Matthäus 5,27.28. Wenn wir Christus unsere Zustimmung geben, dann wird er sich so sehr mit unseren Gedanken und Zielen identifizieren, dass unser Herz und unser Geist in Übereinstimmung mit seinem Willen kommen. Ihm zu gehorchen wird dann für uns so natürlich erscheinen, als würden wir unsere eigenen Eingebungen und Absichten ausführen. Wenn wir Gott so kennen, wie es unser Vorrecht ist, ihn zu kennen, dann wird unser Leben ein Leben des fortwährenden Gehorsams sein. Wenn wir lernen, den Charakter Christi zu schätzen, dann betrachten wir die Sünde als abscheulich und widerlich.

14. Können wir den Gehorsam aus eigener Kraft erbringen?

Jeremia 13,23; Johannes 15,5

15. Warum ist dies nicht möglich?

Römer 7,18.19

16. Was muss demnach in unserem Leben geschehen?

Römer 12,2

Anmerkung: Dieses Leben ist die uns gewährte Prüfungs- und Bewährungszeit. Die grundsätzliche Frage lautet: Gehorchen wir den Geboten Gottes oder gehorchen wir ihnen nicht? Hat sich der Sünder, während er auf dieser Welt lebte, durch die Verdienste Christi zu einem gehorsamen Diener umwandeln lassen, so dass er zubereitet ist, in die himmlische Gemeinschaft aufgenommen und als Miterbe Christi angenommen zu werden?

17. Wie kommt diese Umwandlung zustande?

Johannes 17,17

Anmerkung: Wenn wir den Willen Gottes, so wie er uns in seinem Wort geschildert wird, unablässig erforschen, dann werden wir, ohne dass wir es merken, mit seinem Willen in Übereinstimmung gebracht und in das göttliche Ebenbild verwandelt. Siehe dazu 2. Korinther 3,18.

18. Können wir Jesus annehmen und gleichzeitig das Gesetz ablehnen?

1. Johannes 2,3.4

19. Was wird Christus im Gericht denen sagen, die sich zu ihm bekennen, aber ihm nicht gehorchten?

Matthäus 7,21-23

Anmerkung: Wenn es auch dem natürlichen Herzen gefallen mag, so ist und bleibt es eine Selbsttäuschung, wenn wir glauben, dass Gott einfach unsere Aufrichtigkeit annehmen wird und dass es nicht darauf ankomme, was wir glauben oder wie wir leben. Aber Gott verlangt von allen seinen Geschöpfen vollkommenen Gehorsam.

20. Wem werden sich die Tore der himmlischen Stadt öffnen?

Offenbarung 22,14

Anmerkung: Das Wort Gottes zeigt uns, dass wir selber über Freude oder Verderben entscheiden. Wir haben es in der Hand, ob wir gerettet werden oder verloren gehen. Alles hängt davon ab, ob wir gehorchen oder nicht.

Als Gott am Anfang die Zehn Gebote dem Volk Israel gab, war es seine Absicht, dass es sie als heiliges Vermächtnis für die ganze Welt bewahren sollte. Das Gebot 'Du sollst nicht begehren ... oder 'Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren ...' sollte nicht nur für das Volk Israel gelten. Die Gebote auf der zweiten Tafel zeigen uns den Zweck des Gesetzes. Diese Gebote weisen den Menschen klar an, die Freiheitsrechte seines Nächsten nicht anzutasten. Wenn alle Menschen Gottes Gebote beachten würden, dann müsste sich niemand vor Mord, Ehebruch, Diebstahl, falscher Anklage und Begierde fürchten. (Siehe 2. Mose 20,12-17). Das Gesetz ist eine Schutzmauer, die den Menschen umgibt und ihn vor Hass und Gewalt derjenigen schützt, die ihm Übles antun würden, wenn die Furcht vor der angedrohten Strafe sie nicht davon abhalten würde.

Wir können die Bibel vom Anfang bis zum Ende durchlesen und wir werden feststellen, dass es nur zwei Klassen von Menschen gibt - diejenigen, die durch Glauben an Jesus gehorsam sind, und jene, die es nicht sind. Jedem wird am Ende eine Belohnung zuteil, und in beiden Fällen soll ihnen nach ihren Werken - Gehorsam oder Ungehorsam - vergolten werden. Offenbarung 20,13; 22,12.