Lektion 17 - Die Weltgeschichte in der Prophetie
Vor alters führten die grossen Handelsstrassen der damals zivilisierten Welt durch das Land Kanaan. Gott hatte Israel genau am Scheideweg der Welt angesiedelt, damit sie für die umliegenden Nationen ein Licht sein sollten. Doch durch seinen Ungehorsam verlor Israel die Kraft, die Aufmerksamkeit der anderen Nationen auf sich zu lenken, so dass sie einen Begriff von Gott und seinem wunderbaren Verfahren mit den Menschenkindern erhalten könnten. Gottes Absichten waren weitgehend gescheitert. Es gab jedoch Nationen, die zu Macht gekommen waren und die Aufmerksamkeit aller anderen Nationen auf sich zu lenken vermochten. Gott zerstreute sein Volk unter diese Weltmächte, damit seine Absichten schliesslich doch zur Durchführung kommen sollten. Was er mit Israel während ihres Wohlstandes nicht tun konnte, das erreichte er mit Israel in der Gefangenschaft. Dies ist auch der Sinn und Zweck, warum Daniel im babylonischen Reich eine solch hohe Vertrauensstellung innehatte. Auch die Stellung eines Nebukadnezar und seiner Nachfolger benutzte Gott, um seine Absichten zu vollführen.
"In den Annalen der menschlichen Geschichte scheint das Wachstum der Völker, der Aufstieg und Niedergang von Weltreichen vom Willen und von der Tapferkeit des Menschen abzuhängen. Die Gestaltung der Ereignisse scheint in hohem Grade durch seine Macht, seinen Ehrgeiz und seine Laune bestimmt zu sein. Aber im Worte Gottes wird der Vorhang beiseitegezogen, und wir erblicken hinter und über allem Spiel und Gegenspiel menschlicher Interessen, Kräfte und Leidenschaften das Walten des Allgnädigen, der schweigend und geduldig den Rat seines Willens vollführt." - Ellen White, Erziehung, Seite 160/161
An keiner anderen Stelle der Heiligen Schrift kommt dieser Grundsatz deutlicher zum Vorschein als im zweiten Kapitel des Buches Daniel. Hier finden wir den gesamten Zeitablauf seit den Tagen Daniels bis in unsere Tage offenbart.
In den vorangehenden Lektionen haben wir gesehen, dass Israel aufgrund seines fortwährenden Abfalls in die babylonische Gefangenschaft geriet. Daniel erhielt zusammen mit anderen hebräischen Fürsten eine besondere Ausbildung, um schliesslich ihre Stellung als Weise oder Ministerräte am Hof Babylons einzunehmen. Kurze Zeit später rief der König Nebukadnezar alle Weisen in seinem Königreich zusammen.
1. Zu welchem Zweck wurde diese Versammlung einberufen?
Daniel 2,3
2. Wie haben die Weisen auf die Forderung des Königs geantwortet?
Daniel 2,10.11
Anmerkung: Diese Männer erhoben den Anspruch, zukünftige Ereignisse durch übernatürliche Mittel vorhersagen zu können. Zauberer glaubten, mit Hilfe böser Geister verborgene Einsichten betreffs der Zukunft zu erhalten. Die Wissenschaft der Astrologie hat ihren Ursprung offensichtlich in Babylon, wo die Sterne in 12 Gruppen aufgeteilt wurden, analog den "zwölf Zeichen des Tierkreises". Den Planeten wurde besondere Bedeutung zugemessen, da sie als Mächte angesehen wurden, die das Glück oder Schicksal der Menschen beeinflussten. So setzte man die fünf führenden babylonischen Gottheiten mit den fünf damals bekannten Planeten gleich. Diesen Brauch, mit geringfügigen Änderungen, treffen wir heute in der Astrologie an. Die Chaldäer waren im Grunde genommen die Astrologen des einstigen Babylons.
3. Wer war in der Lage, dem König seinen Traum zu deuten?
Daniel 2,27.28
Anmerkung: Daniel und seine Freunde waren bei der ersten Versammlung, die einberufen wurde, übersehen worden. Gott hat dies in seiner Vorsehung zugelassen, damit die falschen Behauptungen dieser weisen Männer entlarvt würden. Ihre Unfähigkeit, künftige Ereignisse offenbaren zu können, sollte in grellem Gegensatz zur Weisheit stehen, die von Gott kommt. Trotzdem waren Daniel und seine Freunde bei diesem allgemeinen Befehl zur Festnahme miteingeschlossen.
4. Was dachte der König in jener Nacht, als er den Traum hatte?
Daniel 2,29
5. Was hatte der König in seinem Traum gesehen?
Daniel 2,31
6. Woraus bestand dieses Standbild?
Daniel 2,32.33
Kopf
Brust und Arme
Bauch und Lenden
Beine
Füsse
7. Was passierte schliesslich mit dem Standbild?
Daniel 2,34.35
8. Wen stellte das goldene Haupt dar?
Daniel 2,37.38
Anmerkung: Nebukadnezar war bei weitem der grösste all jener Könige, die das babylonische Weltreich regierten. Sein Name wurde in der Tat mit dem Reich Babylon gleichgesetzt, das nur wenige Jahre über seinen Tod hinaus bestand. Wenn also dem König gesagt wurde, dass er das goldene Haupt sei, dann heisst das im Klartext, dass mit dem goldenen Haupt Babylon gemeint war.
9. Wie sollte das zweite Weltreich sein im Vergleich zu Babylon?
Daniel 2,39
Anmerkung: Es wird allgemein angenommen, dass das stärkere Reich das schwächere einnimmt. Aber die Prophetie zeigt uns, dass hier genau das Gegenteil zutrifft. Das Standbild stellte vom Kopf bis zu den Füssen den Geschichtsablauf dar. Doch jedes nachfolgende Reich wurde im Vergleich zum vorangehenden durch ein Metall geringeren Wertes dargestellt.
10. Welches war das zweite Königreich?
Daniel 5,28-31
Anmerkung: Obwohl Medo-Persien in Bezug auf militärische Macht und Territorium stärker war, so konnte es sich was den Reichtum oder die Bildung anbetrifft, mit Babylon niemals messen.
11. Durch welches Metall wurde Griechenland, das dritte Weltreich, dargestellt?
Daniel 2,39
12. Was lesen wir über die Macht des vierten Reiches?
Daniel 2,40
13. Was wird durch die Vermengung von Eisen und Ton in den Füssen und Zehen dargestellt?
Daniel 2,41
Anmerkung: Dies ist in der Tat dramatisch. Der Prophet erwähnt nicht etwa drei oder fünf Weltreiche. Er schreibt von vieren und sagt, dass es nicht mehr Weltreiche geben wird. Die Geschichte bestätigt uns die Richtigkeit dieser Aussage. Seit dem Fall des Römischen Reiches hat es kein anderes Weltreich gegeben.
Während der letzten fünfzehn Jahrhunderte haben Männer von Rang und Namen danach getrachtet, die Pracht des einstigen Römischen Reiches wiederzubeleben. Sie versuchten, die verschiedenen Nationen Europas zusammenzuschweissen. Angefangen bei Karl dem Grossen und weiter mit Karl V., Louis XIV., Napoleon, Kaiser Wilhelm II. und Adolf Hitler - alle haben kläglich versagt, obschon das Ziel manchmal in Reichweite zu sein schien. Sechs kleine Worte der Prophetie standen ihnen im Wege: "Und sie werden nicht aneinander festhalten."
14. Was soll sich in den Tagen jener Nationen, wie sie durch die Vermengung von Eisen und Ton dargestellt werden, zutragen?
Daniel 2,44
15. Wer wird in der Bibel unter dem Symbol des Felsen erwähnt?
5. Mose 32,3.4
16. Wie können wir vermeiden, dass der Fels auf uns fällt und uns zermalmt?
Matthäus 21,44
Anmerkung: Es bieten sich uns zwei Möglichkeiten: Entweder wir fallen auf den Felsen, oder der Fels fällt auf uns. In beiden Fällen kommt es zu einem Zerbrechen. Wenn wir nämlich auf den Felsen fallen, dann wird unser hartes und sündiges Herz zerbrochen (siehe Psalm 51,19), damit Christus in uns ein neues Herz schaffen kann. Wenn wir jedoch warten, bis der Fels auf uns fällt, dann werden wir ewigen Verlust erleiden. Siehe Hesekiel 18,31.
17. Was kann Gott auch aus uns machen?
1. Petrus 2,5
18. Auf wen bauen wir uns, wenn wir "lebendige Steine" sind?
Epheser 2,19.20
Anmerkung: Während Christus, der Eckstein, für den Ungehorsamen ein Anstoss ist (siehe 1. Petrus 2,7.8), stellt er in der Zeit des Sturms für jene, die sich mit ihm identifiziert haben, einen Schutz dar. Siehe Matthäus 7,24.25.
19. Woran wird sichtbar, dass wir tatsächlich ein Teil des Felsen sind?
1. Johannes 2,3
Anmerkung: Ob wir eine Verbindung mit Christus haben, zeigt sich durch den Gehorsam. Es ist uns nicht möglich, mit Christus zu wandeln und gleichzeitig mit irgendeinem Grundsatz seines Gesetzes im Widerspruch zu stehen. Siehe Amos 3,3. In den letzten Tagen werden viele für sich den Anspruch erheben, eine Verbindung mit Christus zu haben (siehe Matthäus 7,22.23). Aber Christus wird sie nicht als sein Eigentum anerkennen. Ihre Werke stimmen nicht mit seinem geoffenbarten Willen überein.