Lektion 42 - Die letzte Generation

Die letzten Verse aus Offenbarung 13 zeigen uns das Volk Gottes als eine kleine, scheinbar schutz- und wehrlose Gruppe gegen die sich alle Mächte dieser Welt verschworen haben. Ein Befehl wird erlassen, der ihnen das Recht zu kaufen oder zu verkaufen entzieht. Sie werden des Todes würdig erfunden und der Untergang dieser kleinen Schar scheint besiegelt. Doch plötzlich sieht der Prophet eine neue Szene: Eine kleine Menschengruppe steht auf dem Berg Zion. Jesu Nachfolger hatten nämlich den Sieg über das Tier und über all die verbündeten Mächte erlangt, die sich vereinigt hatten, um allen das Malzeichen aufzuzwingen.

1. Wen sah Johannes zusammen mit dem Lamm auf dem Berg Zion stehen?

Offenbarung 14,1

Anmerkung: Die Erlösten des Herrn sind eine zahllose Schar, die niemand zählen kann (siehe Offenbarung 7,9). Aber inmitten dieser unzählbaren Schar befindet sich eine besondere Gruppe - die 144'000. Diese wiederum bestehen aus zwölf Untergruppen von denen jede 12'000 Menschen umfasst. Jede dieser Untergruppen trägt den Namen eines der zwölf Stämme Israels.

2. Was haben die 144'000 an ihren Stirnen?

Offenbarung 14,1

3. Wie lautet eine andere Bezeichnung für "Name des Vaters an der Stirn"?

Offenbarung 7,2-4

Anmerkung: Während die herrschenden Mächte auf Erden dafür kämpfen, dem Tier und seinem Bild Anerkennung zu verschaffen, geht unter jenen, die dieses Zeichen des Abfalls - das Malzeichen des Tieres - ablehnen, ein Werk der Versiegelung vor sich. Siehe Hesekiel 9,1-4. Der ganze Himmel zeigt das tiefste Interesse an dieser kleinen Schar, die inmitten des weltweiten Abfalls Gott ihre Treue hält.

Viele bekennen sich rein intellektuell, d.h. verstandesmässig zu Christus. Aufgrund ihres äusseren Verhaltens könnte man schliessen, dass sie den Herrn Jesus anbeten. Doch nur wenige sind bereit, sich so eng mit Christus zu verbinden, dass ihr Charakter vollständig in das göttliche Ebenbild umgestaltet wird. Doch genau dies ist die Erfahrung jener besonderen Gruppe, der 144'000!

4. Was tun Engel Gottes während dieser Versiegelung?

Offenbarung 7,1-3

Anmerkung: Wie wir bereits gesehen haben sind Winde ein Symbol für Kriege. Und wenn wir auch von Kriegen und Kriegsgeschrei hören (siehe Matthäus 24,6), so ist es doch kein allgemeiner Krieg in den alle Staaten und Völker dieser Welt hineingezogen sind. Selbst wenn wir diese Engel mit unseren Augen nicht sehen können, so halten sie dennoch die Nationen so lange in Schach, bis die Versiegelung der Knechte Gottes vollendet ist.

5. Mit was hatten sich diese wenigen Getreuen nicht befleckt? Auf was lenkt der Apostel Johannes unsere Aufmerksamkeit?

Offenbarung 14,4

Anmerkung: Die Gemeinde Christi wird in der Bibel durch eine reine Frau dargestellt. Und das innige Verhältnis, das Christus zu seiner Gemeinde hat, ist gleich dem Verhältnis eines Ehemannes zu seiner Frau. In Offenbarung 17,5 dagegen wird uns eine unreine Frau vor Augen geführt. Diese unreine Frau hat Töchter, deren Wesensart gleich unrein und verdorben ist wie die ihrer Mutter. Aber die 144'000 sind durch diese unreinen Frauen und abgefallenen Gemeinden oder Kirchen nicht befleckt worden. Die 144'000 haben einen reinen Glauben, der nicht durch falsche Lehren beschmutzt ist.

6. Was verunreinigt uns?

Matthäus 15,18-20

Anmerkung: Es ist die Sünde, die uns befleckt oder verunreinigt, und die einzige biblische Definition für Sünde ist "Übertretung des Gesetzes". Siehe 1. Johannes 3,4. Doch die volkstümlichen Kirchen und Gemeinschaften lehren, dass der Mensch auch bei Nichtbeachtung des Gesetzes erlöst wird. Das ist es, was die Leute verunreinigt. "Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie übertreten das Gesetz und ändern die Gebote und brechen den ewigen Bund." Jesaja 24,5.

Der Prophet Jesaja beschreibt die Situation wie folgt: "Und sieben Frauen werden zu der Zeit einen Mann ergreifen und sprechen: Wir wollen uns selbst ernähren und kleiden, lass uns nur nach deinem Namen heissen, dass unsre Schmach von uns genommen werde." Jesaja 4,1. Der Mann gibt seinen Namen der Frau und versorgt sie mit Nahrung und Kleidung. Aber abgefallene Kirchen und Gemeinschaften, wenn sie auch den Namen Christi bekennen und sich als "christlich" bezeichnen, essen ihr eigenes Brot und tragen ihr eigenes Gewand.

Nur wenn ein Dokument oder ein Gesetzeserlass mit einem Siegel versehen sind können sie als echt betrachtet werden. Dieses Siegel erklärt sie für rechtsgültig und stattet sie mit all der bindenden Kraft und Amtsgewalt der herrschenden Macht aus. In 1. Könige 21,8 lesen wir, dass Isebel "unter Ahabs Namen Briefe schrieb und sie mit seinem Siegel versiegelte." Diese Briefe hatten so all die Macht des Königs Ahab.

7. Was sollte mit dem Gesetz des Herrn geschehen? Was befahl Gott?

Jesaja 8,16

8. Was ist die Verheissung des Neuen Bundes?

Hebräer 8,10

Anmerkung: Während das Malzeichen des Tieres entweder an der rechten Hand (Hand = Symbol für Dienst) oder am Kopf (Kopf = Symbol für unseren Geist) angebracht werden kann, so kann das Siegel Gottes nur am Kopf, d.h. an der Stirn geschrieben stehen. Unsere Werke werden nie eine Qualifikation sein um Gottes Siegel zu erhalten.

9. Welches Zeichen gab Gott seinem Volk zur Anerkennung seiner Autorität?

Hesekiel 20,20

Anmerkung: Die Grundlage aller Anbetung ist die Tatsache, dass Gott der Schöpfer ist. Das vierte Gebot ist das uns von Gott gegebene Zeichen. Mit der Annahme dieses Zeichens bringen wir ihm unsere Achtung entgegen. Wenn es auch zu allen Zeiten Menschen gegeben hat, die den Sabbat gehalten haben, so muss doch vor der Wiederkunft Christi ein besonderes Werk getan werden um die ins göttliche Gesetz geschlagene "Lücke" wieder zuzumauern. Siehe Jesaja 58,12-14. Das ist die Aufgabe der 144'000. Während die grosse Mehrheit in dieser Welt das falsche Zeichen des Menschen der Sünde annehmen wird, werden diese wenigen Getreuen fest entschlossen vor der Welt die Verbindlichkeit des vierten Gebotes hochhalten. Sie sind von aller irdischen Unterstützung und Versorgung abgeschnitten. Die Gesetze des Landes erachten sie als des Todes würdig. Doch nichts wird sie von ihrer Treue zu Gott abbringen können.

Paulus verglich den Wandel eines Christen mit den Anstrengungen und Vorbereitungen für einen Wettkampf. Siehe 1. Korinther 9,25-27. Ein Sieg wird nur durch ernsthafte und andauernde Anstrengung erlangt. Viele verbringen ein ganzes Leben damit zu indem sie nur "versuchen" ins Reich Gottes einzugehen. Doch am Ende werden sie feststellen müssen, dass alles vergebens war. Christus sagte nämlich, dass nur diejenigen zum ewigen Leben eingehen werden, die darum kämpfen. "Ringet danach, dass ihr durch die enge Pforte eingehet; denn viele werden, das sage ich euch, danach trachten, wie sie hineinkommen, und werden es nicht tun können." Lukas 13,24.

Die frohe Botschaft des Evangeliums besteht darin, dass dem Evangelium eine Kraft innewohnt, die uns vor dem Sündigen bewahren und das göttliche Ebenbild in uns wiederherstellen kann. Jesus wird bei seiner Rückkehr sein eigenes göttliches Bild im Angesicht eines jeden Gläubigen der auf ihn wartet widergespiegelt sehen. Sie haben sich beständig mit ihm beschäftigt und sind deshalb so geworden, wie er ist. Durch Anschauen werden wir verwandelt. Siehe 1. Johannes 3,2.

10. Was folgte der Warnung vor dem Abfall in Offenbarung 14? Wen sah Johannes?

Offenbarung 14,14

11. Was tut Jesus in jenem Zeitpunkt?

Offenbarung 14,16

12. Wie wird die Sammelzeit oder Ernte genannt?

Matthäus 13,39

Anmerkung: Wenn Jesus wiederkommt, dann wird es ein Volk geben, das seinen Charakter völlig widerspiegelt. So wie das heranreifende Korn den Samen hervorbringt von welchem es sein Leben erhalten hat, so wird auch jeder wahrhaftige Christ eine "Reproduktion", eine Nachbildung seines Schöpfers, der Quelle des Lebens, sein. Siehe Kolosser 3,4. Weil Jesus im Gläubigen wohnt, wird er so leben, wie Jesus auch gelebt hat, einer, der den Geboten seines Vaters gehorcht. "Wer aus Gott geboren ist, der tut nicht Sünde, denn was er von Gott empfangen hat, das bleibt in ihm; und kann nicht sündigen, denn er ist von Gott geboren." 1. Johannes 3,9.

Das Ebenbild Jesu in uns kann nur dadurch entstehen, dass wir ihn betrachten, d.h. dass wir über sein Leben und seinen Charakter nachdenken und diesem Vorbild nacheifern. Siehe 2. Korinther 3,18. Durch Gebet, Bibelstudium und Nachdenken über himmlische Dinge werden wir, unmerklich für uns selber, in das Ebenbild jener Dinge verwandelt, auf die sich unsere Gedanken konzentrieren.

Während dieser Reifeprozess vor sich geht, findet zur gleichen Zeit auch ein anderer Reifeprozess statt. Als Jesus mit seinen Jüngern über die Ernte sprach, die am Ende der Welt stattfinden würde, erzählte er ihnen, dass es zwei Saaten gibt, die miteinander heranwachsen werden. Neben dem Weizen wächst eine andere Frucht heran, das Unkraut. Während sich das Interesse einiger auf ewige Dinge konzentriert, gibt es eine andere, grössere Gruppe, deren Gedanken und Interessen von weltlichen Sachen gefesselt sind. Doch die Gedanken und Interessen der Mehrheit gelten den weltlichen Dingen. Beide Gruppen werden von dem geprägt, womit sie sich befassen. Die einen werden Gott ähnlicher, weil sie sich mit himmlischen Dingen beschäftigen, die anderen werden dem Gott dieser Welt gleich, denn ihr Interesse gilt weltlichen Dingen.