Lektion 27 - Die Gemeinde Jesu Christi und der Sabbat

Im Buch "Apostelgeschichte" wird uns ein inspirierter Bericht über den Werdegang der ersten christlichen Gemeinde geliefert. Während der ganzen Zeitspanne, über die dieses Bibelbuch berichtet, waren die Apostel und jene, die eng mit ihnen verbunden waren, die treibende Kraft in der neuen Gemeinde. Unter der Leitung dieser Männer bewahrten die Gemeinden weitgehend ihre Reinheit in der Lehre. Darum ist diese erste christliche Gemeinde als Beispiel gesetzt für alle kommenden Zeiten. Aber wenn wir die Zeit der Apostel verlassen, dann finden wir, dass eine gewaltige Veränderung in der Gemeinde Christi vor sich ging. Der Geschichtsschreiber Gibbon beschreibt diesen Wandel sehr treffend. Er zeigte, dass die Aufgabe des Theologen die Religion in ihrer ursprünglichen Reinheit zu beschreiben eher eine angenehme war im Vergleich mit der Pflicht, die dem Historiker auferlegt wurde. Dem Historiker wartete die unschöne Arbeit, die Verderbtheit und die Irrtümer zu beschreiben, die in all den langen Jahren seit ihrem Beginn in die christliche Gemeinde eingedrungen waren, weil diese inmitten eines Geschlechts von geschwächten und degenerierten Wesen war. Siehe Zerfall und Untergang des Römischen Reiches, Kapitel 15.

1. Wovor warnte Paulus die Leiter der Gemeinde in Ephesus?

Apostelgeschichte 20,29.30

Anmerkung: Diese gräulichen Wölfe welche in die Gemeinde Gottes eindringen würden, sollten aus ihnen selbst, d.h. aus den Leitern der christlichen Gemeinde kommen. Diese Männer würden sich erheben und verkehrte Dinge lehren. Das zeigt, dass wir die Lehren jener Männer, die unmittelbar nach den Aposteln die Bühne als Lehrer und Führer betraten, nur annehmen können, wenn ihre Taten mit den Lehren der Apostel übereinstimmen.

2. Wer sollte nach der Warnung des Paulus vor Christi Wiederkunft offenbar werden?

2. Thessalonicher 2,2.3

3. Über wen würde sich diese Person oder Macht erheben?

2. Thessalonicher 2,4

Anmerkung: Beachte, dass diese antichristliche Macht die Gemeinde nicht von aussen bedrohen würde, sondern dass das im Tempel Gottes selbst, in der Gemeinde, geschehen würde.

4. Welche Beziehung zur Wahrheit würden die Menschen in der Gemeinde in der Zukunft haben?

2. Timotheus 3,2-9

Anmerkung: In diesen Bibelversen wird ausdrücklich ein grosser Abfall innerhalb der christlichen Gemeinde vorausgesagt. Paulus sagte jedoch nicht, dass dieser Zustand erst in künftiger Zeit zu erwarten sei. Er schrieb vielmehr, dass dieses unheilvolle Werk in der Gemeinde bereits begonnen hatte. (Siehe 2. Thessalonicher 2,7).

5. Nach welchem Massstab müssen wir alles prüfen?

Jesaja 8,20

Anmerkung: Vieles, was heutzutage als "christliches Glaubensgut" bezeichnet wird, nimmt für sich in Anspruch, aus apostolischer Zeit zu stammen. Aber ein solcher nach den Worten des Paulus zu Recht bestehender Anspruch bedeutet nicht gleichzeitige Anerkennung eines Brauches durch die Apostel. Alles ist in seinem Ursprung entweder richtig oder falsch. Und wenn gezeigt werden kann, dass etwas mit dem Willen Gottes, wie er in seinem inspirierten Zeugnis in der Heiligen Schrift offenbart ist, übereinstimmt, dann können wir es ohne Gefahr als richtig annehmen. Wenn aber auf der anderen Seite etwas nicht die göttliche Beglaubigung trägt, dann spielt es keine Rolle, ob nun sein Ursprung in den Tagen der Apostel nachgewiesen werden kann oder nicht. Eine frühe urkundliche Erwähnung verleiht einer Lehre oder einem Grundsatz keine Beweiskraft. Was in seinem Ursprung falsch ist, wird nie aufhören falsch zu sein.

6. Welche zwei Jünger musste Jesus wegen ihrer falschen Vorstellung tadeln?

Lukas 9,51-56

Anmerkung: Nur weil jemand das Vorrecht hatte, mit den Aposteln oder mit Christus persönlich zusammen zu sein, ist keine Garantie, dass in seinem Verhalten kein Irrtum oder Fehler zu finden ist.

7. Wen tadelte der Apostel Paulus später wegen unweisen Verhaltens?

Galater 2,11-14

Anmerkung: Wir weisen nicht auf diese Fehler hin mit dem Ziel, jene Männer zu verunglimpfen die von Gott berufen waren, ein grosses Werk für Christus zu tun. Trotz ihrer Schwachheiten und Fehler, war ihre Hingabe so innig wie sie Menschen nur haben können. Jeder von ihnen war bereit, sein Leben für Christus und für das Evangelium aufs Spiel zu setzen und wir wollen die Hingabe und das Werk dieser Menschen auch gebührend würdigen. Es war für Gott unumgänglich, Menschen mit der Verkündigung des Evangeliums zu betrauen. Aber wir können diesen Männern nur insoweit gefahrlos folgen, als sie auf Jesus Christus, das grosse Vorbild hinweisen.

8. Wer ist unser einziges Vorbild, dem wir mit Sicherheit folgen können?

1. Petrus 2,21-23

Anmerkung: Wenn wir auch die gerechtesten Menschen zum Vorbild nähmen, dann würden selbst diese weit hinter dem vollkommenen Vorbild von Christus zurückbleiben. Blickten wir auf sie, dann würden wir Gefahr laufen, schwere Fehler zu begehen und so unter den Massstab reiner und makelloser Religion zu fallen.

9. Mit wem hatte der Apostel Johannes zu kämpfen?

3. Johannes 9.10

Anmerkung: Dieser Leiter weigerte sich, Unterweisung und Belehrung vom Apostel Johannes anzunehmen und hat jene aus der Gemeinde ausgestossen, die bereit waren, sie zu Herzen zu nehmen. Nicht zufrieden damit lästerte er gegen den vom Herrn gesandten Diener. Nur weil das inspirierte Zeugnis der Heiligen Schrift die frühe Christengemeinde als von Gott gegebenes Urbild hinstellt, können wir weiterhin mit Sicherheit auf sie schauen als auf ein Modell oder Muster und für Führung und Leitung.

Viele behaupten, die ersten "Kirchenväter" wären massgebende und urteilsfähige Führer, weil sie unmittelbar nach den Tagen Jesu und der Apostel gelebt haben. Wer diese Ansicht verficht, gibt stillschweigend zu, dass das von Christus und den Aposteln gepredigte Evangelium der wahre Massstab ist. Dieses Zeugnis ist im Neuen Testament aufgezeichnet damit wir nicht von der Aussage anderer abhängig sein müssen um herauszufinden, welches die wahre Lehre ist. Anstatt den Bericht anderer Leute anzunehmen, sollen wir direkt zum Urquell der Wahrheit gehen und dort das Evangelium in seiner Reinheit und unveränderten Form trinken. Die Beispiele von Demas, Hymenäus und Philetus, von Diotrephes und anderen zeigen unzweifelhaft die Wahrheit, dass es möglich ist, dass das Licht in der Finsternis leuchtet, ohne dass die Finsternis es annimmt oder versteht. Siehe Joh. 1,5.

10. Was war Jesu Gewohnheit am Sabbat?

Lukas 4,16

11. An welchem Tag gingen Paulus und Barnabas in Antiochien in die Synagoge?

Apostelgeschichte 13,14

12. Was verlangten die Heiden von den Aposteln, nachdem Paulus seine Predigt beendet und die Juden die Synagoge verlassen hatten?

Apostelgeschichte 13,42

Anmerkung: Dies geschah mindestens 15 Jahre nach dem Tod und der Auferstehung Jesu. Alle Juden hatten die Versammlung verlassen, und da Paulus vom Herrn besonders dazu ausersehen war, den Heiden zu predigen, stand ihm nichts im Wege, für diese am folgenden Tag - also am Sonntag - eine Versammlung einzuberufen. Wenn der Sonntag der christliche Sabbat hätte sein sollen, dann wäre es logisch gewesen, so zu handeln. Aber Paulus tat es nicht.

13. Welcher Tag gehört in besonderer Weise dem Herrn Jesus?

Markus 2,27.28

Anmerkung: Die Begründung für die angebliche Heiligkeit und Heiligung des Sonntags beruht auf der "Beweisführung", dass der Begriff "Tag des Herrn" als Bezeichnung für den Sonntag, bis auf die Tage der Jünger des Johannes zurückverfolgt werden kann. Es wird behauptet, dass es in den Tagen des Johannes allgemein geläufig war, den Sonntag als Tag des Herrn zu bezeichnen. Siehe Offenbarung 1,10. Als Johannes im Jahre 96 n.Chr. schrieb: "Der Geist kam über mich an des Herrn Tag", dann sprach er von dem Tag, den der Herr für sich abgesondert und den er als "seinen Tag" bezeichnet hatte. Das trifft auf den Sabbat zu, den siebenten Tag der Woche, nicht aber auf den Sonntag, den ersten Tag der Woche. Wenn der Geist Gottes zu jener Zeit beabsichtigt hätte, eine neue Einrichtung zu schaffen und einen gewissen Tag als "Tag des Herrn" zu bezeichnen, den er bis dahin nie so benannt hatte, dann hätte er ausdrücklich darauf hinweisen müssen. Wir finden aber nirgends in der Bibel eine Angabe, dass der Heilige Geist eine neue Definition für den Begriff "Tag des Herrn" ins Leben gerufen hat. Das beweist ganz klar, dass er keine neue Einrichtung als "heilig" bezeichnet hat. Dafür redete er von einem wohlbekannten und von Gott eingesetzten Tag.

Johannes schrieb sein Evangelium, nachdem er von der Insel Patmos zurückgekehrt war. Darin verwies er an zwei Stellen auf den ersten Tag der Woche. In keinem der beiden Fälle aber bezeichnete er den ersten Wochentag anders als "erster Tag der Woche".

14. Änderte Jesus das Gesetz in irgendeiner Weise?

Matthäus 5,17.18

15. Wie lange, würde nach Jesu Aussage das Gesetz Gottes bestehen?

Matthäus 5,18

16. Was sagte Jesus von denen, die das Gesetz nicht halten und andere lehren, die Gebote geringzuachten?

Matthäus 5,19

Das Gesetz Gottes ist der Ausdruck seines Charakters. Gott besitzt absolute, unwandelbare und beständige Unabhängigkeit und sein Gesetz ist ohne Veränderung, unwandelbar, ewig, denn es ist das Abbild seines Wesens, seiner Gesinnung. Nie wird der Fall eintreten, der es in irgendeiner Weise nötig machte, ein Gesetz mit gegenteiligem Charakter zu erlassen. "Das Gesetz des Herrn ist vollkommen und erquickt die Seele." Psalm 19,8. Jede Veränderung in diesem Gesetz würde seine Vollkommenheit zerstören. Die geringfügigste Abweichung von seinen Vorschriften würde den himmlischen Heerscharen und den ungefallenen Welten Anlass geben, Gottes Ratschläge und Erklärungen als unzuverlässig zu betrachten, die einer Neugestaltung bedürfen, weil sie unvollkommen sind. Würde irgendeine Veränderung im Gesetz Gottes vorgenommen, dann würde Satan das gewinnen, wofür er im Himmel den Streit entfacht hat.