Lektion 6 - Der Weg zur Versöhnung

Nachdem Adam und Eva von der verbotenen Frucht gegessen hatten, erfüllte sie ein Gefühl von Scham und Angst. Ihr einziger Gedanke war, ihren Ungehorsam zu entschuldigen und dem gefürchteten Todesurteil zu entrinnen. Ihre Art Gott zu antworten liess den Geist der Selbstrechtfertigung erkennen, der seinen Ursprung im Vater der Lüge nahm. Dieser Geist der Selbstrechtfertigung hat sich bei allen Söhnen und Töchtern Adams seit jener Zeit bis heute gezeigt. Aber Gott kann kein Bekenntnis annehmen das nur dazu dient, die Schuld zu verringern und das Falsche gutzuheissen.

1. Wie ist unser Zustand von Natur aus?

Römer 3,10-12

2. Was ist die Ursache unserer Trennung von Gott?

Jesaja 59,1.2

3. Wie können wir wissen, was Sünde ist?

Römer 3,20

4. Wie viele Menschen haben Gottes Gesetz übertreten?

Römer 3,23

5. Kennt Gott alle unsere Sünden?

Prediger 12,13.14

6. Ist es möglich, auch nur eine Sünde vor Gott zu verbergen?

Psalm 90,8

7. Warum können wir unser Leben erst in Ordnung bringen, wenn wir zu Jesus kommen? Warum ist es vorher nicht möglich?

Jesaja 64,5

Anmerkung: Die Bibel lehrt an keiner Stelle, dass wir zuerst bereuen müssen bevor wir zu Christus kommen können. Jesus ist die Quelle jeden guten Vorsatzes. Jeder gute Anstoss in uns geht von Jesus aus. Nur wenn sein Geist an unserem Herzen wirkt, sind wir in der Lage, unseren Zustand zu erkennen und unsere grosse Not wahrzunehmen. Jeder Wunsch nach Reinheit und Versöhnung mit Gott ist ein Beweis, dass sein Geist an unserem Herzen wirkt. Nie sollten wir sagen: "Erst schaffe ich in meinem Leben Ordnung und dann werde ich zu Gott kommen." Durch Hass, Eifersucht, Stolz, Lust und Selbstsucht haben wir uns ruiniert. Darum müssen zuerst unsere Gedanken, Beweggründe und Taten durch Gottes Kraft neu erschaffen werden. Sonst wird in unserem Leben nie eine Änderung eintreten.

8. Welches ist der erste Schritt zur Rettung? Was sagte der Apostel Petrus seinen Zuhörern?

Apostelgeschichte 3,19

9. Was führt uns zur Reue?

Römer 2,4

10. Was folgt immer, wenn unsere Reue echt ist?

1. Johannes 1,9

Anmerkung: Ein Bekenntnis ist immer ein Eingestehen der Dinge wie sie sind, ohne dass wir Tatsachen vertuschen um unsere Schuld zu verbergen. Wenn wir deutlich erkannt haben, was wir falsch gemacht haben, uns aber dennoch weigern, es zuzugeben oder zu bekennen, so bringen wir damit zum Ausdruck, dass wir keine Vergebung nötig haben. Solange unsererseits kein Bedürfnis, keine Einsicht besteht, werden wir auch keine Vergebung erlangen. Das ICH kennt viele ausgeklügelte Wege, um die Wirklichkeit in unseren Gedanken "zurechtzubiegen", um die Schuld zu mindern. Nur wenn wir die Wahrheit offen und ehrlich zugeben, kann uns vergeben und die Last der Schuld abgenommen werden.

11. Wohin wird uns wahre Reue führen?

Hesekiel 33,14-16

Anmerkung: Es ist die unfassbare Liebe Gottes zu rebellierenden Menschen, die das verstockte Herz "auftaut" und den Sünder mit Reue erfüllt für den Schmerz, den er dem Himmel mit seiner Auflehnung zugefügt hat. Wenn wir auf den sterbenden Heiland blicken, dann erkennen wir eine Liebe, die unser schwaches Wahrnehmungsvermögen übersteigt. Wir werden die Sünden verabscheuen, die den Tod des teuren Gottessohnes bewirkt haben. Ohne Hass gegen die Sünde können wir uns nie von ganzem Herzen von ihr abwenden. Und ohne diesen Hass ist auch keine Reue möglich.

12. Wie nennt die Bibel jene Reue, die zu einer Änderung des Lebens führt?

2. Korinther 7,10

Anmerkung: Weltliche Traurigkeit unterscheidet sich gänzlich von wahrer Reue. Weltliche Traurigkeit bereut die Folgen der Sünde, aber nicht die Sünde selber. Wahre Reue dagegen, oder biblisch gesprochen die Traurigkeit, die Gott wirkt, lässt eine neue Gesinnung erkennen. Sie bringt stets eine Besserung mit sich - eine Änderung des Lebens zum Guten hin.

13. Was ist oftmals mit dem Sündenbekenntnis vor Gott verbunden?

Jakobus 5,16

Anmerkung: Während wir Gott all unsere Sünden bekennen, sollten wir jene Sünden, mit denen wir anderen Schaden zugefügt haben, diesen Menschen bekennen. Es mag sein, dass wir im Umgang miteinander unbedachte Worte gesprochen haben. Vielleicht haben wir es mit der Wahrheit nicht immer genau genommen oder wir haben andere verleumdet und so ihren Ruf geschädigt. Es braucht Mut, solche Dinge in Ordnung zu bringen. Aber die Bereitschaft so zu handeln ist der Prüfstein wahren Christseins.

14. Warum ist Gott so langmütig? Warum erweist er den Menschen solche Gnade?

2. Petrus 3,9

15. Wie bekundete Gott seine Liebe und seine Bereitschaft, uns anzunehmen?

Römer 5,8

16. Was braucht es neben der Reue um Vergebung zu erlangen?

Matthäus 6,14.15

Anmerkung: Wenn wir nicht bereit sind, den von unserem himmlischen Vater empfangenen Segen an andere weiterzugeben, dann zeigen wir damit, dass wir selber nicht würdig sind, jenen Segen zu erhalten, den uns Gott geben möchte. Siehe Matthäus 18,21-35

17. Wie nennt die Bibel einen bekehrten Christen?

2. Korinther 5,17

Anmerkung: Gottes Gnade ist unerschöpflich. Er kann damit jedes geistliche Gebrechen heilen. Durch diese Gnade werden die Menschen mit Christus verbunden und befähigt, den Weg des willigen Gehorsams zu gehen. Durch das Wirken des Heiligen Geistes wird der Mensch umgewandelt. Sein Empfinden wird verfeinert, sein Urteilsvermögen geheiligt, sein Herz gereinigt. Er wird vollkommen in Christus.

18. Was geschieht, wenn wir unsere Sünden bereuen, aber unsere schlechten Taten nicht durch gute ersetzen?

Lukas 11,24-26

Anmerkung: Unser Geist muss völlig mit guten Dingen in Anspruch genommen werden, wenn wir vermeiden wollen, dass er mit Schlechtem angefüllt wird. "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem." Römer 12,21.

19. Zu welchem Zweck wurden wir erschaffen?

Epheser 2,10

20. Wie können wir dieses neue Leben der Gerechtigkeit führen?

Römer 8,2-4

Anmerkung: Christus kam, um die Werke des Teufels zu zerstören (siehe 1. Johannes 3,8). Er hat Vorkehrung getroffen, dass der Heilige Geist jedem reuigen Menschen verliehen wird, um ihn vor dem Sündigen zu bewahren.

21. Warum lädt uns Christus ein, zu ihm zu kommen?

Matthäus 11,28-30

Anmerkung: Jesus lädt uns ein, zu ihm zu kommen. Er will die Last von unseren müden Schultern nehmen und an ihrer Stelle seine Last auf uns legen, die leicht ist. Der Weg, auf dem zu gehen Jesus uns einlädt, wird uns nie Schmerzen verursachen oder Kummer bereiten. Die Opfer, die wir bringen müssen, wenn wir Christus nachfolgen wollen, sind bloss notwendige Schritte, um auf den Weg des Friedens und des Glücks zurückzukehren. Wir können uns für Gottes Weg entscheiden und leben. Wir können aber auch unsere eigenen Wege wählen und das im Bewusstsein, dass auf diese Weise die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod.

22. Was verspricht Christus denen, die seine Einladung annehmen?

Johannes 6,37

Nichts, was uns beschäftigt, ist für unseren himmlischen Vater zu unbedeutend, als dass er es nicht beachtete. Kein Abschnitt in unserer Lebenserfahrung ist zu dunkel, als dass er ihn nicht lesen, keine Lage, in die wir geraten sind, zu schwierig, als dass er sie nicht meistern könnte. Kein Schaden kann uns befallen, keine Sorge das Herz quälen, keine Freude uns ergötzen, kein aufrichtiges Gebet von unseren Lippen kommen, die unser himmlischer Vater nicht beachtete und an denen er nicht unmittelbar Anteil nähme. Das Verhältnis zwischen Gott und jedem Gläubigen ist von solcher Zartheit und Innigkeit, als gebe es nur diesen einen Menschen auf Erden, für den er seinen geliebten Sohn in den Tod gegeben hat.