Lektion 2 - Der Ursprung der Sünde
Die aufgezeichnete Geschichte der Vergangenheit zeigt, dass der Mensch immer wieder mit dem unerklärlichen Problem "Sünde" und dem damit verbundenen Elend und dem Tod konfrontiert wurde. Obschon die Bibel uns lehrt, dass das "was verborgen ist, dem Herrn gehört" (siehe 5. Mose 29,28), so darf doch der Ursprung der Sünde nicht als eines dieser Geheimnisse Gottes angesehen werden. Gott hat in seinem Wort den Vorhang beiseitegeschoben und das Geheimnis der Sünde von ihrem Ursprung bis in die heutige Zeit aufgedeckt. Aber die Bibel beschränkt sich nicht nur auf Dinge der Vergangenheit und Gegenwart, sondern sie zeigt auch die Zukunft und das Ende der Sünde und aller damit verbundenen Leiden.
1. Bei wem nahm die Sünde ihren Ursprung?
1. Johannes 3,8
2. Wie war Satan, als er von Gott erschaffen wurde?
Hesekiel 28,15
3. Was führte zu seiner Auflehnung und zu seinem Fall?
Hesekiel 28,17
Anmerkung: Obwohl es sich bei dem in diesem Bibeltext genannten Wesen um den König von Tyrus handelt, ist zu erkennen, dass es im Grunde genommen um Satan geht, denn er war bereits als Engel in Eden, dem Garten Gottes. In den inspirierten Schriften Hesekiels und Jesajas wird Satan als König eines irdischen Reichs bezeichnet: Bei Hesekiel als König von Tyrus (Hes. 28,12), bei Jesaja als König von Babel (Jes. 14,4). Bei den Hauptstädten dieser Reiche handelte es sich um Handelszentren, die wegen ihres Reichtums und ihrer Lasterhaftigkeit bekannt waren. Obwohl sterbliche Menschen diesen Reichen vorstanden, so war es doch Satan, der versuchte, durch diese Herrscher oder Könige seine Pläne zu verwirklichen. Das gleiche Ziel hatte er bereits im Garten Eden verfolgt, als er die Schlange als Medium gebrauchte, um Eva anzusprechen. Auch der Apostel Paulus bestätigt diesen Gedanken (siehe Epheser 6,12). Während Paulus ein "Gefangener Christi" war, wies er doch darauf hin, dass der eigentliche Widerstand, den Christen erfahren, nicht von Fleisch und Blut kommt, sondern von geistlichen Mächten, die gegen die Menschen streiten.
4. Zu was verleitete dieser Stolz Luzifer bzw. Satan? Wonach verlangte ihn?
Jesaja 14,12-14
5. Wohin führte diese Auflehnung?
Offenbarung 12,7.8
Anmerkung: Alle, die sich gegen die Führung eines Landes auflehnen, haben die Vorstellung, dass sie nach besseren Gesetzen regieren würden. Von Anfang an drehte sich beim grossen Kampf alles um das Gesetz Gottes. Satan versuchte zu beweisen, dass Gott ungerecht und sein Gesetz mangelhaft sei. Nur eine Änderung dieses Gesetzes würde dem Universum zum Besten gereichen. Da das Gesetz der Streitgegenstand war, zielte Luzifers Aufstand ganz offensichtlich darauf ab, den Urheber dieses Gesetzes zu stürzen. Das kam einer offenen Kriegserklärung gleich.
6. Wohin wurde Satan verbannt, als er den Krieg im Himmel verlor?
Offenbarung 12,9
Anmerkung: Obschon Satan im Himmel den Kampf verlor, wurde er nicht auf der Stelle vernichtet. Hätte Gott dies getan, wären die von Satan erhobenen Anklagen unbeantwortet geblieben. Darum gab Gott seinem Gegner Gelegenheit, vor dem ganzen Universum zu zeigen, wohin Auflehnung gegen Gott schliesslich führt. Satan sollte beweisen, dass seine Regierung besser wäre. Die Sicherheit des ganzen Universums hing vom Ausgang dieses Kampfes ab.
7. Was versprach Satan der Eva?
1. Mose 3,5
Anmerkung: Es war Stolz, der in Luzifer den Wunsch aufkommen liess, Gott gleich zu sein. Dieses Verlangen wollte er nun auch im Menschen wecken. Satan versuchte, Eva glaubhaft zu machen, dass sie durch Ungehorsam Gott gleich werden könnte. In dem Augenblick, als sie auf Satans Vorschlag einging, stand sie auf der Seite des Feindes.
8. Was passierte im Menschen, als er auf Satans Vorschlag eintrat und ihn befolgte?
Jeremia 17,9
9. Wie verhielt sich der gefallene Mensch gegenüber der Autorität seines Schöpfers?
Römer 8,7
Anmerkung: Der nach Gottes Ebenbild erschaffene Mensch (siehe 1. Mose 1,26.27) geriet unter die Herrschaft einer Macht, die Gottes Regierung und Autorität feind war. Einst mit seinem Schöpfer in Harmonie lebend, war der Mensch nun ein Rebell, der sich gegen Gottes Herrschaft und Autorität auflehnte.
10. Welche Verheissung gab Gott dem gefallenen Menschen, um Satans Macht einzuschränken?
1. Mose 3,15
Anmerkung: Es war Satan gelungen, die menschliche Natur hinsichtlich ihrer Moral zu verderben und seiner eigenen gefallenen Natur anzugleichen. Als er vernahm, dass der Nachkomme der Frau den Kopf der Schlange zertreten sollte, wurde ihm klar, dass Gott dem Menschen irgendwie Kraft zum Widerstand gegen ihn (Satan) verleihen würde. Christus war dazu ausersehen, der Schlange den Kopf zu zertreten. Aber diese Prophezeiung schliesst auch jene mit ein, die den Feind durch das Blut des Lammes und das Wort ihres Zeugnisses überwinden (siehe Offb. 12,11). Wo immer ein Mensch sich entschliesst, Christus nachzufolgen und eine entschiedene Stellung für die Wahrheit einzunehmen, wird der Schlange durch den Nachkommen der Frau der Kopf zertreten.
11. Welchen Keim birgt die Sünde in sich?
Johannes 8,44
Anmerkung: Satan war nicht nur von Anbeginn ein Lügner, er war auch ein Mörder. Als er noch im Himmel war und danach trachtete, Gottes Regierung zu ändern, war das Endergebnis der Sünde zu jenem Zeitpunkt noch nicht erkennbar. Nicht einmal Satan erkannte von Anfang an, wohin der Aufstand gegen die himmlische Regierung führen würde. Gott dagegen sah das, was seine geschaffenen Wesen nicht zu erkennen vermochten. Er war sich vollkommen bewusst, wohin Selbstsucht [alle Sünde ist Selbstsucht] den Menschen letztlich führen würde. Indem es Satan gelang, Christus umzubringen, zeigte er, was die ganze Zeit über eigentlich in der Sünde verborgen gewesen war. Auf Golgatha kam das Wesen der Sünde vollends an den Tag. Sünde ist nicht nur was wir tun. Sie ist vielmehr ein Herzenszustand, die Ausübung eines Grundsatzes, der mit dem grossen Gesetz der Liebe, das die Grundlage der göttlichen Regierung bildet, in Feindschaft steht. Die im Innern schlummernde Auflehnung wird durch die Tat sichtbar. Selbst wenn wir es nicht wahrhaben wollen, so ist auch beim geringsten Ungehorsam Hass gegen Gott mit im Spiel. Der Blick nach Golgatha bezeugt dies.
12. Wohin führte die Ausübung des "Grundsatzes" der Sünde?
1. Mose 4,8
13. Wie antwortete Gott darauf?
Römer 8,3
Anmerkung: Christus, der Fürst des Himmels, verliess seine hohe Stellung. Er legte sein königliches Gewand und seine Krone ab und bekleidete seine Göttlichkeit mit Menschlichkeit. Er nahm die Gestalt eines Dieners an und wurde zum Vorbild und Lehrer aller Menschen. Er führte vor dem ganzen Universum ein Leben, das in jeder Hinsicht frei von Selbstsucht und Sünde war. So gab er uns ein Beispiel, was durch seine Gnade aus uns werden kann. Durch seinen Gehorsam lieferte er den Beweis, dass Satans Anklage - Gottes Gesetz könne nicht gehalten werden - falsch war. Er zeigte vielmehr, dass es dem Menschen in der Kraft Gottes möglich ist, zu gehorchen. Damit verurteilte er die Sünde.
Adam, Oberhaupt des Menschengeschlechts und Verwalter dieser Erde, war zur Erfüllung seiner Aufgabe von Gott abhängig. Statt seinem Schöpfer treu zu sein, unterstellte er sich der Autorität Satans. Darum beanspruchte der Feind alle Menschen als sein "rechtmässiges Eigentum". Und bis zur Kreuzigung Jesu traf dies zu. Zu gewissen Zeiten schien es sogar, als hätte Satan uneingeschränkte Macht über das Menschengeschlecht (siehe 1. Mose 6,5.6). Aber die Erde war Gottes Eigentum und Satan konnte bloss seine zu Unrecht an sich gerissene Macht ausüben. Das kommt in der dritten Versuchung zum Ausdruck (siehe Matthäus 4,8.9). Doch jede Auseinandersetzung bewirkte nur, dass seine Niederlage desto sicherer war.
14. Welche Bedeutung hat Christi Leben des Gehorsams für uns?
1. Petrus 2,21-23
Anmerkung: Durch seinen vollkommenen Gehorsam ermöglichte es Christus jedem menschlichen Wesen, den Geboten Gottes zu gehorchen. In seiner menschlichen Natur entwickelte er einen vollkommenen Charakter. Und diesen Charakter will er jedem von uns verleihen.
15. Wie ermöglicht Gott diesen Gehorsam in unserem persönlichen Leben?
Hebräer 8,10
Anmerkung: Wenn wir uns Christus unterstellen, dann verbindet er unser Herz mit seinem Herzen, unser Wille wird mit seinem Willen verbunden und unser Geist wird in Einklang mit seinem Geist gebracht. Auf diese Weise werden selbst unsere Gedanken unter seinen Gehorsam gestellt und es wird uns möglich, sein Leben zu leben. Siehe 2. Korinther 10,3-5
Satan gelüstete ursprünglich nach Gottes Stellung. Mit seinem eigenen Platz als schirmenden Cherub nicht mehr zufrieden, wollte er Gott werden. Mit seinem Handeln zeigte er, dass er sich nicht mit weniger zufrieden geben würde. Jedes Hindernis, das ihm beim Streben nach diesem Ziel in die Quere kam, musste aus dem Weg geräumt werden - und wenn es Gott selbst sein sollte.
Als Christus am Kreuz starb, wurde Satan vor dem ganzen Universum entlarvt. Er hatte sich als Lügner und Mörder offenbart und gezeigt, dass in seinem Reich alles Gute und Ehrbare keinen Platz hat, und deshalb weggefegt werden musste. Er hatte die Sympathie des zuschauenden Universums für immer verloren. Er hatte seine eigene Vernichtung besiegelt. Trotzdem wurde er noch am Leben erhalten. Zu welchem Zweck? Es gab noch etwas, was bewiesen werden muss.
16. Worauf bereitete sich Satan vor, nachdem er auf Golgatha eine Niederlage erlitten hatte?
Offenbarung 12,17
Anmerkung: Satans Hass richtete sich nicht nur gegen Christus, sondern gegen alle, die sich entschliessen würden, dem Heiland nachzufolgen und der reinen Wahrheit zu glauben. Es stimmte, dass Jesus als Mensch Satan überwunden hatte. Aber gelänge es ihm, Jesu Nachfolger dahin zu bringen, dass sie den Sieg über die Sünde in ihrem Leben nicht erringen, dann wäre noch nicht alles verloren.