Lektion 28 - Der grosse Streit (Satan kämpft gegen Gott)

Das Kapitel Offenbarung 12 ist eines der inhaltsreichsten und allumfassendsten Kapitel in der ganzen Bibel. Wie ein Panorama beschreibt es den grossen Kampf zwischen Satan und der Regierung Gottes. Wenn auch Satan aus dem Himmel geworfen wurde und nun der Streit auf der Weltbühne des Planeten Erde weitertobt, so richtet sich doch die bitterste Feindschaft und der ganze Hass des Teufels gegen die frisch ins Leben gerufene christliche Gemeinde. Der Schwerpunkt bei der Beschreibung dieses Kampfes in Offenbarung Kapitel 12 liegt somit eindeutig auf dem christlichen Zeitalter. Die neugegründete christliche Gemeinde hielt fest an der Wahrheit wie sie Christus den Aposteln übergab. Darum ist es Satans fortwährendes Bestreben, die reine Wahrheit zu verfälschen, weil er dadurch die Gewalt über den menschlichen Verstand gewinnt. Alle Lehren, die Gott in seinem Wort aufzeichnen liess, sind uns zur Warnung gegeben, um uns vor Betrug zu schützen. Ihre Missachtung wird zu unserem Verderben führen; denn alles, was dem Worte Gottes widerspricht, kommt von dem Widersacher.

1. Wo begann die Rebellion gegen Gottes Regierung?

Offenbarung 12,7

2. Wer wird durch den Drachen dargestellt?

Offenbarung 12,9

3. Wohin wurde Satan geworfen, als er den Kampf im Himmel verlor?

Offenbarung 12,9

Anmerkung: Nachdem Satan in seinen Bemühungen, die Herrschaft des Universums an sich zu reissen, gescheitert war (siehe Jesaja 14,13.14), wurde er aus dem Himmel geworfen. Damit verlagerte sich der Kampf um die Vorherrschaft auf die Erde. Wir können klarsehen, dass die Trübsale und die Verfolgung des Volkes Gottes durch alle Zeitalter hindurch nur die Weiterführung des grossen Kampfes zwischen Christus und Satan ist - jenes Kampfes, der im Himmel seinen Anfang nahm.

4. Auf welche Weise sucht Satan die Herrschaft (Kontrolle) über diese Erde zu erlangen?

Offenbarung 12,9

5. Wem stehen wir in Wirklichkeit gegenüber, wenn wir Widerstand gegen die Wahrheit erfahren?

Epheser 6,12

Anmerkung: Es spielt keine Rolle, wer die Herrscher irdischer Regierungen gewesen waren. Wenn es darum ging, Gottes Volk zu verfolgen, dann war es immer Satan, der die Menschen dazu anstachelte. Indem er Gottes Volk bekämpft, setzt er seinen Streit gegen Gott fort. In Epheser 6,12 zeigt uns Paulus deutlich, dass Satan der eigentliche Herrscher der Finsternis war, der hinter dem Römischen Reich stand. Durch das Römische Weltreich versuchte er, Christus kurz nach seiner Geburt umzubringen. Siehe Matthäus Kapitel 2. Das gleiche Vorgehen kommt auch in Jesaja 14 und Hesekiel 28 zum Ausdruck. In beiden Fällen ist von Satan die Rede, obwohl er unter dem Titel eines irdischen Herrschers angesprochen wird [König von Babylon bzw. König von Tyrus].

6. Wer wurde in die von Satan angezettelte Rebellion hineingezogen?

Offenbarung 12,4.7

Anmerkung: In 2. Petrus 2,4 lesen wir von Engeln, die gesündigt haben. Auch Judas erwähnt sie in seinem Brief. (Siehe Judas 6). Johannes berichtet, dass ein Drittel der Engel sich auf Satans Seite stellte und ihn in seiner Rebellion unterstützte.

7. Wen gebar die Frau?

Offenbarung 12,5

8. Mit wem verglich Paulus die Gemeinde Jesu Christi?

2. Korinther 11,2

Anmerkung: Im Alten Testament, wenn Gott durch die Propheten redete, bezeichnete er das alte Israel, die Gemeinde des Alten Testaments, als seine Braut. In Jesaja 54, Hesekiel 16 und in Hosea wird das Volk Gottes mit einer Frau verglichen und Christus mit einem Ehegatten. Aufgrund dieser Texte können wir schliessen, dass die Frau aus Offenbarung 12 in Wirklichkeit die Gemeinde Gottes darstellt.

9. Mit was verglich Paulus sein Wirken für die von ihm betreuten Gemeinden?

Galater 4,19

Anmerkung: In seinem Wirken für die Gemeinden war Paulus sehr besorgt, dass die Reinheit und Heiligkeit des Charakters Christi in jedem Gläubigen Gestalt annahm. Das Gespräch Jesu mit Nikodemus zeigt, dass die Begriffe "Wiedergeburt" oder "von neuem geboren sein" auf den Anfang eines neuen Lebens in Christus hindeuten, denn fortan wurden diese Ausdrücke in diesem Sinne verwendet. Aus diesem Grunde vergleicht Paulus seine Arbeit für die Gemeinden mit einem Geburtsvorgang.

10. Was ist das Geheimnis des Evangeliums? Wie erklärt es Paulus?

Kolosser 1,25-27

Anmerkung: Die Frau stellt nicht jedes einzelne Glied der christlichen Gemeinde dar, noch verkörpert es jede Gemeinde, die sich als "christlich" bezeichnet. Die Treuen und Gehorsamen aus allen Zeitaltern - wenn ihre Zahl auch gering sein mag - bilden die wahre Gemeinde Christi und werden hier durch die Frau dargestellt. Wenn das geistliche Ebenbild Christi nicht in uns Gestalt gewinnt, dann haben wir keine Hoffnung auf die künftige Herrlichkeit, keine echte Sicherheit.

11. Womit war die Frau bekleidet?

Offenbarung 12,1

12. Wer ist die Sonne der Gerechtigkeit?

Maleachi 3,20

Anmerkung: Jesus bekleidet jeden, der ihn annimmt, mit seiner Gerechtigkeit, die hier durch die Sonne dargestellt wird. Siehe Jesaja 61,10.

13. Mit was soll die Gemeinde bekleidet werden?

Offenbarung 19,8

Anmerkung: Mit der Sonne der Gerechtigkeit bekleidet zu sein, heisst den reinen und fleckenlosen Charakter zu besitzen, den alle Nachfolger Christi haben müssen. Im wahrsten Sinne des Wortes stellt die Frau jene Christen dar, die mit der Sonne bekleidet sind, mit der Sonne der Gerechtigkeit, und die den Charakter Jesu entwickeln und hervorbringen. Siehe Epheser 5,27.

14. Was hatte die Frau unter ihren Füssen? Worauf stand es?

Offenbarung 12,1

Anmerkung: So wie der Mond keine eigene Leuchtkraft bzw. Schein besitzt, sondern das von der Sonne geliehene Licht widerstrahlt, so waren die Symbole und Zeremonien der ersten christlichen Gemeinde Widerspiegelungen des wahren Lichtes, das kommen sollte (Hebräer 10,1-4) und wurden demgemäss durch den Mond dargestellt. Wir sehen, dass die wahre Gemeinde Gottes als auf dem Mond stehend beschrieben wird. Sie verachtet die Propheten des Alten Testaments nicht, sondern ist auf deren Prophezeiungen gegründet. Siehe Epheser 2,20. "Ich will meinen Bund nicht entheiligen, und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist. ... Sein Same (Nachkomme) soll ewig sein und sein Stuhl vor mir wie die Sonne; wie der Mond soll er ewiglich erhalten sein, und gleich wie der Zeuge in den Wolken gewiss sein. Sela." Psalm 89,35.37.38.

15. Wer war das Kind, das über alle Völker herrschen sollte?

Offenbarung 19,11-16

Anmerkung: Als Adam und Eva ihre Untertanentreue zu Gott aufgaben und so Schmach über sich brachten, da wurde Satan bis zum Tode Christi der Stellvertreter dieser Erde (Welt). Siehe Hiob 1,6.9-11 und Offenbarung 12,10.

16. Was hatte der Drache mit dem Knäblein vor?

Offenbarung 12,4

Anmerkung: Obwohl Satan in seinem Bestreben, die Herrschaft im Himmel an sich zu reissen, gescheitert war, war es ihm gelungen, Adam und Eva auf seine Seite zu bringen und die Welt als sein Eigentum zu beanspruchen. Bis zum Zeitpunkt der Menschwerdung Christi war jeder Nachkomme Adams unter seine Herrschaft gefallen. Das Kommen des Messias stellte aber für Satans Herrschaftsanspruch eine Bedrohung dar. Von der Krippe bis zum Kreuz auf Golgatha versuchte Satan auf jede nur erdenkliche Weise, den Erlöser umzubringen.

17. Warum hat der Teufel einen grossen Zorn?

Offenbarung 12,12.13

Anmerkung: Durch den Tod Christi war die Vernichtung Satans gewiss. Kurz vor seinem Tod, sagte Christus, indem er den endgültigen Triumph schaute: "Jetzt geht das Gericht über die Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestossen werden." Johannes 12,31. Als Christus mit letzter Kraft am Kreuz ausrief: "Es ist vollbracht", da wurde für Satan die Sterbeglocke geläutet. Von jenem Augenblick an wusste er, dass seine Zeit begrenzt war und er den Kampf für immer verloren hatte.

18. Auf wen hatte der Drache es abgesehen, nachdem es ihm nicht gelungen war, das Knäblein zu töten?

Offenbarung 12,13

Anmerkung: Zweimal musste Satan in seinem Kampf gegen Christus eine Niederlage einstecken - zuerst im Himmel und dann in Bezug auf seinen Herrschaftsanspruch auf diese Welt. Der bittere Hass, den er gegen Christus hatte, richtete sich nun gegen dessen Gemeinde.

Das Volk Gottes war zu allen Zeiten Gegenstand für Satans Zorn. Immer wieder versuchte er die Ahnenfolge, aus der der Messias geboren werden sollte, zu vernichten. Nie zuvor wurde die Gemeinde so grausam verfolgt, wie nach dem Tode Christi. Dieser Kampf tobte mit grösserer oder minderer Heftigkeit durch die folgenden Jahrhunderte.