Lektion 14 - Der Bund wird bestätigt
Wie Gott mit Abraham, Isaak und Jakob in deren weiterem Leben verfahren ist, können wir an dieser Stelle nur kurz betrachten. Obwohl ihr Leben und ihre Erfahrungen, durch die Gott sie führte, reich an geistlichen Lehren sind, so würde es den Rahmen dieser Lektionen sprengen, wenn wir sie in allen Einzelheiten betrachten wollten. Für uns ist es wichtig zu wissen, dass die Befreiung Israels aus Ägypten mit dem Bund, den Gott mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hatte, in direktem Zusammenhang steht. Siehe 2. Mose 2,24.
1. Wer sollte mit Abraham an der Verheissung Anteil haben?
Hebräer 11,9
Anmerkung: Wir haben bereits gesehen, dass Abraham während seines Lebens nicht mehr als ein Erbe war. Aber das verheissene Erbe hat er nie in Besitz genommen. Seine Nachkommen, Isaak und Jakob, waren ebenfalls Erben. Auch "Diese alle sind gestorben im Glauben und haben das Verheissene nicht erlangt, sondern es nur von ferne gesehen und gegrüsst und haben bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind." Hebräer 11,13.
2. Was hat Gott Abraham in Bezug auf seine Kinder gesagt?
1. Mose 15,13
3. Während wie vielen Generationen sollten sie in diesem Land wohnen?
1. Mose 15,16
4. Warum war es für Israel notwendig, Ägypten zu verlassen?
2. Mose 8,1
Anmerkung: Hier ist der Beweis, dass das Volk Gott dem Herrn in Ägypten nicht dienen konnte. Pharao weigerte sich, sie ziehen zu lassen. Die Folge war, dass ein Gericht dem andern folgte. Diese Strafgerichte waren am Anfang sehr mild. Aber sie nahmen stetig an Stärke zu je mehr der König sich in seiner Auflehnung verhärtete. Angefangen bei der Verschmutzung des Nils bis hin zum Tod aller Erstgeburt hatte jedes Strafgericht zum Ziel, das Vertrauen der Ägypter in ihren falschen Gottesdienst zu schwächen. Das Evangelium ist die frohe Botschaft, dass wir von der Sünde frei werden können. Die Gefangenschaft in Ägypten war ein Sinnbild auf die Gefangenschaft in der Sünde. Gottes Macht, die sich in den verschiedenen Plagen offenbarte, war eigentlich nichts anderes als eine Verkündigung des Evangeliums.
5. Zu wessen Nutzen wurden all diese Dinge aufgeschrieben?
1. Korinther 10,11
6. Was sollen wir erlangen, wenn wir diese Erfahrungen lesen?
Römer 15,4
Anmerkung: Gott wirkte auf wunderbare Weise, um sein altes Volk Israel aus der drückenden Gefangenschaft in Ägypten zu befreien. Er durchzog das stolze Land der Pharaonen mit Sturm und Feuer, mit Plage und Tod. Er befreite sie aus der Sklaverei und führte sie in ein gutes Land - ein Land, das er in seiner Vorsehung für sie bereitet hatte. Als Dank für seine Güte und Gnade verlangte Gott von ihnen, dass sie keine anderen Götter ausser ihm - dem lebendigen Gott - haben sollten. Er erwartete von den Kindern Israel, dass sie seinen Namen erhöhen und auf der ganzen Erde verherrlichen würden.
7. Auf welcher Grundlage schloss Gott seinen Bund mit Abraham?
1. Mose 26,3-5
Anmerkung: Gott schloss seinen Bund mit Abraham, weil dieser ihm treu war und ihm gehorchte. Dieser Bund war auf der Grundlage des Gehorsams errichtet worden. Daher ist es verständlich, dass Gott Israel auf die Probe stellte um zu sehen, ob sie sein Gesetz halten würden.
8. Wie wollte Gott für Ihre Nahrung sorgen?
2. Mose 16,4
9. Was wollte Gott beim Volk Israel damit prüfen und ihnen offenbaren?
2. Mose 16,4
10. An wie vielen Tagen in der Woche gab es Manna zum Einsammeln?
2. Mose 16,26
Anmerkung: Diese Prüfung erfolgte einen Monat vor der Gesetzgebung am Sinai. Die Worte "Wie lange weigert ihr euch meine Gebote und Weisungen zu halten?" zeigen, dass jede Einzelheit dieses Gesetzes bereits vor dessen öffentlicher Verkündigung am Sinai bekannt gewesen war. Durch ihren Unglauben hatten sie dieses Gesetz oft übertreten. Es ist interessant, dass sie nur mit dem vierten Gebot geprüft wurden. Doch aufgrund der Haltung, die sie gegenüber diesem Gebot einnahmen, wusste Gott, ob sie auch die anderen Gebote respektieren würden oder nicht.
Während fünf Tagen sollten sie nur so viel Manna sammeln, wie sie für den jeweiligen Tag benötigten. Wenn sie aber an einem Tag mehr sammelten als sie tatsächlich benötigten, dann wurde das Brot stinkend und hatte Würmer. Aber am sechsten Tag sollten sie so viel Manna sammeln, dass es für zwei Tage - also auch für den nachfolgenden Tag - ausreichte. Während vierzig Jahren wurde das Volk auf diese Weise jede Woche durch ein Wunder an den Sabbat erinnert.
Diese Begebenheit mit dem Manna zeigt uns deutlich, dass es keine Ungewissheit gab, welchen Tag das Volk Gottes als Sabbat heilighielt. Der Sabbat war nicht schlechthin ein Tag von den sieben, sondern der siebente.
11. Wie lange bekam das Volk Manna zu essen?
2. Mose 16,35
Anmerkung: Das Volk wurde mit Brot vom Himmel versorgt (siehe Psalm 78,24.25). So wurden die Israeliten täglich belehrt, dass ihnen das Vertrauen auf Gottes Verheissungen Sicherheit bringt. Glaubten sie diesen Verheissungen, dann würden sie ebenso vor Mangel geschützt sein, wie wenn sie von den wogenden Getreidefeldern in den fruchtbaren Ebenen Kanaans umgeben wären. Drei Monate nach dem Wegzug aus Ägypten kam das Volk Israel an den Berg Sinai. Es war hier, dass alle Vorkehrungen getroffen wurden um Israel als auserwähltes Volk einzusetzen, dessen König Jehova war.
12. Hat das Gesetz den Bund mit Abraham in irgendeiner Weise geändert?
Galater 3,16-18
Anmerkung: Gottes ursprünglicher Bund, der Bund der Gnade, den er Abraham und später auch Israel bestätigte, hatte die Erlösung (Rettung) des Menschen zum Ziel. Auch unter Menschen wird ein Vertrag, der abgeschlossen und bestätigt ist, in keiner Weise geändert. Der Bund mit Abraham wurde durch einen Eid bestätigt. Deshalb konnte die Gesetzgebung (Hinzufügung des Gesetzes) am Sinai nichts mehr zu der vorher getroffenen Vereinbarung beitragen, noch irgend in einer Weise die Verheissung aufheben. Darum können wir mit Bestimmtheit glauben, dass das Gesetz in dem mit Abraham geschlossenen Bund bereits enthalten war. Die Wohltat oder Segnung der Sündenvergebung existierte demnach schon in den Tagen Abrahams.
13. Stand das Gesetz den bereits gegebenen Verheissungen entgegen?
Galater 3,21
14. Zu welchem Zweck wurde das Gesetz am Sinai gegeben?
Galater 3,19
Anmerkung: Erkenntnis der Sünde geht notwendigerweise der Bekehrung voraus. Am Sinai wurde das Gesetz in äusserst beeindruckender und Ehrfurcht einflössender Weise verkündigt. Gottes Absicht damit war, dem Volk klar zu machen, dass es die Gerechtigkeit, welche das Gesetz fordert, niemals in eigener Kraft erlangen konnte. Dadurch sollten sie erkennen, wie sehr sie der Gerechtigkeit Christi bedurften. "Das Gesetz aber ist nebeneingekommen, auf dass die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade viel mächtiger geworden." Römer 5,20.
15. Wie antwortete das Volk nachdem Gott das Gesetz verkündigt hatte?
2. Mose 24,3
16. Was tat das Volk ungeachtet seines Versprechens bald darauf?
2. Mose 32,7.8
17. Was offenbarte das Volk mit seiner Antwort?
Psalm 78,35-37
Anmerkung: In Wirklichkeit verriet das Volk mit dieser Antwort seine Vermessenheit und seinen Mangel an Glauben. Die Forderungen, die Gottes Gesetz an uns richtet, können von niemandem ohne Glauben erfüllt werden (siehe Hebräer 11,6). Übertretung dieses Gesetzes ist somit immer eine Folge von Glaubensmangel. Die Kinder Israel gelobten etwas Unmögliches, wenn sie versprachen, dem Gesetz ohne Glauben gehorchen zu wollen. (Gehorsam war tatsächlich gefordert. Aber das Volk musste lernen, dass dieser Gehorsam nur möglich war, wenn sie sich auf Gott verlassen würden).
18. Wie lange dauerte dieser Bund?
2. Mose 24,18; 32,1
Anmerkung: Sobald das Volk sein Versprechen gebrochen hatte, war der Bund null und nichtig!
19. In welcher Hinsicht ist der neue Bund besser als der alte?
Hebräer 8,6
Anmerkung: Das Volk versprach zu gehorchen, obschon sie dazu gar nicht in der Lage waren. Sie erkannten ihre eigene Unfähigkeit nicht. Dieser Bund war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, aber Gott setzte ihn dennoch ein, um den Israeliten ihre Erlösungsbedürftigkeit zu zeigen.
20. Was ist die Grundlage des neuen Bundes?
Hebräer 8,10
Anmerkung: In beiden Bündnissen, im alten und im neuen, wird Gehorsam verlangt. Das Leben hing zu allen Zeiten vom Gehorsam ab. Nie wurde es uns aufgrund anderer Bedingungen verheissen. Das tat nur die Schlange (siehe 1. Mose 3,4). Aber Ungehorsam führt immer zum Tod. Unter dem alten Bund verpflichteten sich die Israeliten, in eigener Kraft zu gehorchen. Beim neuen Bund dagegen hat Gott uns die Verheissung gegeben, dass er uns Kraft zum Gehorsam gibt und sein Gesetz in unsere Herzen schreibt. Dann wird Gehorsam aus Liebe geschehen und von Herzen kommen, nicht aus Furcht vor dem Tod.