Lektion 15 - Das Evangelium in Bildern
Als der Herr Mose im brennenden Busch erschien, sagte er zu ihm: "... zieh deine Schuhe aus von deinen Füssen; denn der Ort darauf du stehst, ist heilig Land!" 2. Mose 3,5. Als Gott auf den Berg Sinai hinunterkam, um das Gesetz zu verkündigen, da wurde dieser Berg durch seine Gegenwart ein heiliger Ort. Keine ungeweihte Person konnte den Berg berühren und am Leben bleiben. Demnach ist jeder Ort, an dem Gotte seine Gegenwart offenbarte, heilig.
1. Was sollte Juda werden, als Israel aus Ägypten gerufen wurde?
Psalm 114,1.2
Anmerkung: Das Wort "Heiligtum" bedeutet "heiliger Ort" und weist auf Gottes Wohnstätte hin. Als Gott die Kinder Israel aus Ägypten herausrief war es seine Absicht, unter ihnen zu wohnen und sie durch seine Gegenwart zu heiligen.
2. Wie beschreibt Paulus Gottes Ideal mit uns?
2. Korinther 6,16
3. Mit welchen Menschen nur kann Gott zusammenwohnen?
Jesaja 57,15
4. Was befahl Gott dem Mose, als Israel am Sinai lagerte?
2. Mose 25,8
Anmerkung: Es war Gottes Absicht als er Israel aus Ägypten herausführte, dass sie für ihn eine heilige Nation sein sollten. (Siehe 2. Mose 19,3-6). Wie eigenartig mag es erscheinen, dass der allerhöchste Gott, der nicht in Tempeln wohnt, die mit Händen gemacht sind, schwache sterbliche Menschen bittet, ihm ein Haus zu bauen, so dass er in ihrer Mitte wohnen kann! Warum gab er diesen Befehl? - Durch ihre fortgesetzte Auflehnung machten sie sich selber unfähig, ihrer hohen und heiligen Berufung gerecht zu werden. Um ihnen zu zeigen, wie jeder sein sollte, gab Gott die Anweisung, ihm ein Heiligtum zu bauen. Aber wir sollten stets daran denken, dass es nicht Gottes ursprüngliche Absicht war, in einem Bauwerk zu wohnen, das von Menschenhänden gebaut war. Gott wünschte vielmehr, im Herzen der Menschen wohnen zu können.
Das Heiligtum, wie es unter Moses Anweisung gebaut wurde, war so konstruiert, dass es leicht von Ort zu Ort transportiert werden konnte. Der Tempel, der später unter Salomo erbaut wurde sowie derjenige, der von den Verbannten nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft errichtet wurde, waren dauerhafte und ortsfeste Gebäude. Trotzdem waren sie nach der gleichen Ordnung erbaut wie die Stiftshütte. Wir wollen nun das Heiligtum, das durch Moses gebaut wurde, näher betrachten.
Es gab einen Vorhof, der rechteckig angelegt war und ungefähr 25 x 50 Meter mass. Er umgab das Heiligtum oder die Stiftshütte. Er war durch einen leinenen Vorhang wie mit einer Mauer umgeben. Im Vorhof befand sich nebst der Stiftshütte der Brandopferaltar und das Waschbecken, an dem sich die Priester wuschen. Das Waschbecken befand sich unmittelbar vor der Tür zur Stiftshütte. Die Stiftshütte war 15 m lang und je 5 m breit und hoch. Die Bauzeit betrug ein halbes Jahr.
5. Wie wurden die beiden Abteilungen des Heiligtums (Stiftshütte) genannt?
2. Mose 26,33
6. Welche drei Gegenstände standen im Heiligen = 1. Abteilung?
2. Mose 40,22-26
7. Welcher Gegenstand stand in der zweiten Abteilung = Allerheiligstes?
2. Mose 26,33.34
Sündenvergebung war nur durch den Dienst im Heiligtum zu erlangen. Am Eingang zum Vorhof gab es eine Tür in Form eines Vorhangs. Jeder, der in den Vorhof gelangen wollte, d.h. jeder, der Sündenvergebung erlangen wollte, musste durch diese Tür hineingehen.
8. Wen stellte diese Tür dar?
Johannes 10,9
Anmerkung: Jesus ist der einzige Weg, durch den wir Erlösung (Rettung von Sünde) erlangen können. Jesus sagte: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." Johannes 14,6.
Am Eingang zum Vorhof befand sich der eherne Brandopferaltar, auf dem alle innerhalb des Lagers dargebrachten Opfer verbrannt wurden. Es gab Opfer, die für einzelne Menschen bestimmt waren. Die Opfer waren verschieden. Sie richteten sich nach der gesellschaftlichen Stellung und dem Besitztum einer Person. Doch das Lamm als Opfertier bildete die Grundlage beim gesamten Opferdienst. Jeden Morgen und jeden Abend wurde ein Lamm dargebracht.
9. Wer wurde durch dieses Opferlamm dargestellt?
Johannes 1,29.36
10. Für was war der Leuchter in der ersten Abteilung ein Symbol?
Johannes 9,5
11. Was stellte das Brot auf dem Tisch dar?
Johannes 6,48-51
12. Wie erklärte Jesus was es bedeutet, sein Fleisch zu essen?
Johannes 6,63
13. Was stellte der aufsteigende Weihrauch dar?
Offenbarung 5,8
Anmerkung: Der Weihrauch stellte mehr dar als nur die Gebete der Gläubigen. Er war auch ein Sinnbild für den Mittlerdienst Christi. Erst dieser Mittlerdienst, d.h. die Fürsprache Christi, macht unsere Gebete für Gott annehmbar. Siehe auch Römer 8,26.27.
Hinter dem Vorhang, der das Heilige vom Allerheiligsten trennte, war die Bundeslade. In dieser heiligen Truhe war das Gesetz Gottes. Darüber befand sich die herrliche Schechina, welche die sichtbare Gegenwart Gottes darstellte.
14. Welche Belehrung wollte Gott durch all sein Handeln dem Volk Israel geben?
Hebräer 4,2
Israels grosser Fehler lag darin, dass sie Gottes Absicht im Heiligtum und dessen Dienst für sie als Einzelpersonen nicht erkannten. Die Folge davon war, dass sie nach ihrem Einzug ins Land Kanaan ihre Abhängigkeit vom Herrn nur darin verstanden, dass er im Heiligtum, in der Stiftshütte, wohnte. Sie liessen es nicht zu, dass das Heiligtum und sein Dienst das Mittel werden konnte, wodurch Gott durch den Glauben in ihren Herzen wohnen konnte. Gott liess es deshalb zu, dass die Bundeslade für eine gewisse Zeit in die Hände der Heiden geriet. Siehe 1. Samuel 4,10-22.
Nach einiger Zeit erhielten sie die Bundeslade wieder zurück. Doch erst viele Jahre später wurde die Stiftshütte und ihr Dienst vollständig wiedereingesetzt. Aber von neuem verlor das Volk den wahren Zweck und Sinn aus den Augen und Formalismus (=Formenwesen) nahm überhand.
15. Wie sah Gott die Opfer des Volkes, als Tempel und Dienst zum Selbstzweck wurden?
Amos 5,21-24
16. Was war für Gott wichtiger als ihre Opfer?
1. Samuel 15,22
17. Was war nötig, damit Gott die Opfer des Volkes annehmen konnte?
Jesaja 1,11.16
18. Worauf hatte das Volk schliesslich sein Vertrauen gesetzt?
Jeremia 7,8
Anmerkung: In Vers 4 lesen wir, auf was für Lügenworte das Volk vertraute: "Verlasst euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: Hier ist des Herrn Tempel, hier ist des Herrn Tempel, hier ist des Herrn Tempel!" Mit andern Worten, das Volk hatte sein Vertrauen vielmehr auf den Tempel gesetzt (siehe Verse 14 und 15) als auf seine Beziehung mit Gott. Sie hatten wohl eine äussere Gottesdienstform aber sie hatten die Kraft des Evangeliums in ihrem Leben nie erfahren.
19. Welches ist eines der Zeichen der letzten Tage?
2. Timotheus 3,1-5
Anmerkung: Die Israeliten waren nicht die einzigen, die die wahre Absicht Gottes mit ihnen aus den Augen verloren. Obwohl die Liste der aufgezählten Sünden der letzten Tage sehr lang ist, so gilt es doch eines zu beachten: Diese Sünden werden von sogenannten religiösen Leuten begangen. Diese Menschen bekennen sich zur Religion aber sie wissen nichts von deren praktischer Anwendung im täglichen Leben.
Anstatt Gott zu erlauben, seine grosse Absicht durch den Tempel und seinen Dienst im Leben der Menschen selber zu vollbringen, hat das Volk diesen Zweck vollständig entstellt. Anstatt Gott die Gelegenheit zu geben, in ihren Herzen zu wohnen und ihr Leben zu heiligen, haben sie die gröbsten Übeltaten unter dem Deckmantel der Religion toleriert. Für ein solches Religionssystem gab es kein anderes Heilmittel als dessen Beseitigung. Demgemäss wurde die Stadt durch die Heiden belagert und der Tempel wurde zerstört. Das Volk wurde nach Babylon geführt wo es während siebzig Jahren gefangen gehalten wurde.