Lektion 13 - Abrahams Glaubensprüfung

Gott verhiess, mit Abraham seinen Bund zu schliessen. Das geschah zurzeit, als Er ihn aufforderte, aus seinem früheren Land auszuziehen. Damals versprach Gott dem Abraham, ihn zu einem grossen Volk zu machen und dass in ihm alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Siehe 1. Mose 12,1-3. Abraham war kein junger Man mehr, als er diese Verheissung empfing. Viele weitere Jahre verflossen. Inzwischen war er ein alter Mann geworden und immer noch blieb ihm nichts als die Verheissung. Denn Abraham hatte keinen Erben.

1. Wen wollte Abraham als Erben einsetzen?

1. Mose 15,2-4

Anmerkung: Abraham hat den Plan des Herrn nicht verstanden. Er kannte zwar die Verheissung und er glaubte auch daran. Doch er war bereits alt und hatte kein Kind. So nahm er an, dass der ihm verheissene Nachkomme durch seinen treuen Knecht kommen müsste. Aber das war nicht Gottes Plan mit dem Patriarchen. Abraham sollte nicht der Vorfahre eines Geschlechts von Knechten sein, sondern von freien Menschen.

2. Wie wollte Sarai diesem Mangel abhelfen?

1. Mose 16,1-3

Anmerkung: Abraham hörte auf seine Frau und befolgte ihren Rat. Zweifellos waren beide der Überzeugung, dass ihr Handeln mit der Verheissung Gottes in Einklang war. Sarai war bereits zu alt, um noch Kinder zu gebären. Wenn Gottes Verheissung, dass Abraham einen Nachkommen erhalten werde, sich erfüllen sollte, dann, so schien es, mussten sie etwas unternehmen und nachhelfen. Doch gerade das war der große Fehler in Abrahams Leben. Und so wird es immer sein, wenn Menschen meinen, sie könnten Gott helfen, seine Verheissungen zu erfüllen.

3. Was war die Folge aus dieser Beziehung?

1. Mose 16,5

4. Hat Gott diesen Sohn als Erfüllung seiner Verheissung anerkannt?

1. Mose 17,18-21

Anmerkung: Viele vergessen, dass Abraham zwei Söhne hatte. Der eine stammte von der Magd, der andere von der freien Frau. Der eine war nach dem Fleisch geboren, der andere nach dem Geist. Wenn von einem "geistlichen" bzw. von einem "buchstäblichen" oder "wirklichen" Nachkommen die Rede ist, so bereitet dies vielen Schwierigkeiten. Sie wissen nicht, was sie darunter zu verstehen haben. Man ist geneigt zu denken, dass die beiden Begriffe "geistlich" und "buchstäblich" Gegensätze sind. Doch dies ist keineswegs der Fall. "Geistlich" ist das Gegenteil von "fleischlich".

Isaak war nach dem Geist geboren. Doch er war genauso ein Kind im buchstäblichen Sinne wie Ismael. Isaak war nicht ein "Geisteswesen". Auf gleiche Weise sind die jene Abrahams wahre Nachkommen, die geistlich (gesinnt) sind. Das bedeutet aber keineswegs, dass es sich hier nicht um wirkliche Menschen handelt. Jesus z.B. hatte nach seiner Auferstehung einen geistlichen Leib. Aber er war trotzdem ein wirklicher Mensch. Sein Leib konnte berührt werden wie jeder andere auch. In gleicher Weise werden auch die Leiber der auferstandenen Heiligen geistlich sein. Auch hier wird es sich um wirkliche, d.h. buchstäbliche Leiber handeln. Wenn man sagt, dass etwas "geistlich" ist, dann bedeutet das nicht, dass dies nur im Geist oder in der Vorstellung besteht. Im Grunde genommen steht das, was geistlich ist, der Wirklichkeit viel näher, als das was fleischlich ist. Denn nur was geistlich ist wird in alle Ewigkeit bestehen bleiben.

5. Wie alt war Abraham, als Isaak geboren wurde?

1. Mose 21,5

Anmerkung: Obwohl es zwischen Isaak und Jesus deutliche Unterschiede gab, war Isaaks Geburt wie auch die Geburt Jesu ein übernatürliches Ereignis. In beiden Fällen geschah es durch das Wirken des Heiligen Geistes, durch das Eingreifen Gottes.

Es vergingen einige Jahre. Wir wissen nicht genau wie viele. Isaak war inzwischen zu einem jungen Mann herangewachsen. Abrahams Glaube war stärker geworden. Er hatte durch Erfahrung gelernt, dass Gott wohl in der Lage ist, das zu erfüllen, was er verheissen hat.

Als ein treuer und pflichtbewusster Lehrer wird Gott es seinen Schülern nie gestatten, eine Lektion zu beenden, bevor sie nicht gründlich gelernt wurde. Es genügt nicht, wenn wir einsehen und zugeben, dass wir in einer Lektion einen Fehler gemacht haben. Wenn wir den Fehler zugeben, dann vergibt uns Gott. Aber es wird uns nicht erspart bleiben, die gleiche Prüfung nochmals zu bestehen. Ja, vielleicht nicht nur einmal, sondern mehrere Male - so lange, bis wir unsere Lektion gelernt haben und nicht mehr straucheln.

6. Welchen Befehl erhielt Abraham von Gott?

1. Mose 22,1.2

Anmerkung: Es war nicht nur Abrahams väterliche Zuneigung, die hier auf die Probe gestellt wurde. Denn Isaak verkörperte die Erfüllung der Verheissung, die Abraham seinerzeit gegeben wurde. Isaak war der Vorfahre auf Jesus Christus, der Nachkomme, durch den die Erlösung kommen sollte. Die Verheissung war zu deutlich, als dass man sie hätte missverstehen können. "In Isaak soll dein Geschlecht genannt werden". Dieser Nachkomme stellte in erster Linie Christus dar. Siehe 1. Mose 21,12 und Galater 3,16.

7. Was traute Abraham Gott zu, als er Isaak opferte?

Hebräer 11,17-19

Anmerkung: Bei dem allem geht es von Anfang bis zum Schluss um die Auferstehung von den Toten. Abraham beging einst den Fehler, dass er auf den Rat seiner Frau hörte, anstatt Gott zu vertrauen, der wohl in der Lage war, das zu erfüllen, was er verheissen hatte (siehe Röm. 4,19-21). Aber er hatte diesen Fehler bereut. Es war jedoch notwendig, dass er nochmals geprüft wurde. Um Vater der Gläubigen zu sein, musste sich sein Glaube als vollkommen erweisen.

Der Messias, der Same, durch den die Menschen gesegnet werden sollten, sollte aus dem Geschlecht Isaaks geboren werden. Doch nun sollte Isaak sterben, ohne einen Erben zu hinterlassen. Aber Abraham besass ein solches Vertrauen in die lebensspendende Kraft und Macht des Wortes des Herrn, dass er glaubte, dass es sich von selber erfüllen würde. Er glaubte, dass der Messias die Macht besass, Isaak von den Toten aufzuwecken, so dass die Verheissung sich erfüllen und der Erlöser in diese Welt geboren werden konnte. Christus sollte aus der Nachkommenschaft Isaaks stammen. Sein Tod allein konnte die Auferstehung möglich machen auch wenn er zu jenem Zeitpunkt noch nicht auf diese Welt gekommen war. Das ist der Glaube Abrahams, und einen grösseren Glauben kann es nicht geben.

8. Was sagte Abraham zu den beiden Knechten, die zurückbleiben sollten?

1. Mose 22,5

Anmerkung: Dieser Text zeigt deutlich, dass Abraham damit rechnete, mit seinem Sohn zurückzukehren.

9. Was war Abrahams Antwort auf die Frage "Wo ist das Opfertier"?

1. Mose 22,7.8

Anmerkung: Das war Ausdruck seines Glaubens an Christus, das Lamm Gottes.

10. Was geschah, als Abraham seine Hand ausstreckte, um seinen Sohn Isaak zu töten?

1. Mose 22,10-12

Anmerkung: Das Leben des Sohnes wurde verschont. Doch das Opfer galt als ebenso vollkommen wie wenn Isaak wirklich geopfert worden wäre.

11. Wodurch wurde Abraham nach Jakobus gerechtfertigt?

Jakobus 2,20-22

12. Für was lobte Paulus die Brüder in Thessalonich?

1. Thessalonicher 1,2.3

Anmerkung: Die ganze Bibel lehrt uns, dass der Glaube Werke hervorbringt. Gott hatte dem Abraham eine Verheissung gegeben. Abraham glaubte der Verheissung und sein Glaube war ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden. Es war jene Art von Glauben, die Gerechtigkeit hervorbrachte. Dieser Glaube wurde einer praktischen Prüfung unterzogen und die Werke zeigten, dass er echt und vollkommen war.

13. Wie wurde Abraham von Gott genannt?

Jakobus 2,23

Anmerkung: Jesus sagte zu seinen Jüngern: "Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiss nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan." Johannes 15,15. Eine Freundschaft zwischen zwei Menschen bedeutet gegenseitiges Vertrauen. Bei einer vollkommenen Freundschaft offenbart sich jeder dem andern auf eine Art und Weise wie er das nach aussen hin und gegenüber der Welt nie tun würde. Wo Misstrauen oder Zurückhaltung herrscht kann nicht die Rede von einer vollkommenen Freundschaft sein. Unter wirklichen Freunden herrscht vollkommenes Verständnis. Gott nannte Abraham seinen Freund, denn sie verstanden sich gegenseitig vollkommen. Dieses Opfer offenbarte den Charakter Abrahams vollumfänglich. Gott hatte zuvor über ihn gesagt, "Ich kenne ihn"; und nun sagte er nochmals "Nun weiss ich, dass du Gott fürchtest. Abraham seinerseits verstand den Herrn. Die Opferung seines erstgeborenen Sohnes wies darauf hin, dass er Gottes Charakter der Liebe kannte. Der Vater hatte um des Menschen willen seinen eigeborenen Sohn dahingegeben. Durch ein gegenseitiges Opfer und gegenseitige Sympathie wurden sie vereinigt. Niemand wusste die Gefühle Gottes besser zu würdigen als Abraham.